Di, 21. August 2018

krone.at-Umfrage

22.01.2018 16:40

Attacken auf Polizisten: „Härter durchgreifen!"

45 Polizisten werden durchschnittlich pro Woche bei Einsätzen in Österreich verletzt, rund die Hälfte der Fälle ist auf Fremdeinwirkung zurückzuführen. Erst am Wochenende hatten Gewaltattacken gegen Uniformierte für Schlagzeilen gesorgt – etwa als am Wiener Praterstern drei Beamte im Zuge eines Drogenzugriffs teils schwer verletzt wurden. Doch was liegt dem offenbar stetig wachsenden Aggressionspotenzial zugrunde? krone.at fragte Wienerinnen und Wiener nach den möglichen Ursachen, ihren Einschätzungen und Lösungsansätzen.

Es ist ein Beruf, der einem einiges abverlangt – körperlich wie auch seelisch. Und es ist ein Beruf mit großem Gefahrenpotenzial, auch für das eigene Leben. Nicht immer reagieren Anwesende erfreut über das Erscheinen von Exekutivbeamten – naturgemäß zumeist dann, wenn der Betreffende sich etwas zuschulden kommen lassen hat.

Wohl nahezu jeder, der sich für den Polizeidienst entscheidet und künftig für die Sicherheit der österreichischen Bürgerinnen und Bürger im Land sorgen will, ist sich im Vorfeld bewusst, dass der Polizeiberuf nicht nur Positives mit sich bringt, sondern durchaus auch seine Schattenseiten hat - und nimmt das dennoch in Kauf, nicht zuletzt aus Liebe zum Job.

Sechs verletzte Polizisten bei zwei Einsätzen
Zuletzt sorgten brutale Attacken auf Polizisten im Einsatz für Aufsehen: Drei teils schwer verletzte Beamte ist etwa die Bilanz eines Drogeneinsatzes am Freitagabend am Wiener Praterstern, nur zwei Tage zuvor hatten ebenfalls drei Polizisten im Zuge der Festnahme zweier Betrunkener Verletzungen davongetragen, als sich einer der Verdächtigen unter anderem mitsamt einem Uniformierten durch eine Glastür warf.

"Die Polizei darf überhaupt nichts mehr machen"
Ist die Aggressionsbereitschaft gegen Beamte in Österreich gestiegen? "Ja", so der Tenor einer krone.at-Umfrage auf Wiens Straßen am Montag. So meinte etwa ein älterer Mann: "Die Polizei darf überhaupt nichts mehr machen – grad, dass sie sich nicht selber erschlagen lassen müssen." "Das (Angriffe auf Polizisten, Anm.) hat es früher auch schon gegeben, aber nicht so oft wie jetzt", meint ein anderer.

Für den Großteil der befragten Wiener ist ein Grund für die Attacken rasch ausgemacht: fehlender Respekt vor der Polizei. "Bei gewissen Migrationsgruppen ist der Respekt schon eher gering – weil sie wissen, dass ihnen im Grunde nichts passiert", so eine Frau gegenüber krone.at.

Ein weiterer Mann sagte: "Die Gewalt ist sicher größer geworden, und das liegt an der Politik, weil auch die Politik aggressiver geworden ist. Und daher färbt das natürlich auch ab." "Dass es heute überhaupt keinen Respekt mehr vor Polizisten gibt, ist eine Sauerei", echauffierte sich ein weiterer Befragter. Seine Lösung: "Da gehören härtere Strafen her und es gehört härter durchgegriffen!"

Für so manchen braucht es jedenfalls mehr Polizei auf Österreichs Straßen. Das alleine reiche jedoch nicht, meint eine Frau: "Da müssten schon auch gewisse Gesetze geändert werden." Auch sie sprach sich für eine Ausweitung der Möglichkeiten für Polizisten aus, härter durchgreifen zu können – jedoch "ohne dass sie (die Beamten, Anm.) selbst dann an den Pranger gestellt werden".

Ein junger Befragter ortet ein weiteres Problem: "Ich glaube, man könnte viel mehr tun, wenn man den Leuten mehr suggeriert hätte: 'Hey, die Polizei ist auf eurer Seite und beschützt nicht den Staat, sondern beschützt euch!'" So könne auch der Problematik rund um mangelnden Respekt entgegengewirkt werden.

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr
Christine Steinmetz
Christine Steinmetz

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