Streik angekündigt

Unglück in Spanien: Lokführer „emotional belastet“

Ausland
22.01.2026 23:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vier Tage nach dem schweren Zugunglück in Spanien wird niemand mehr vermisst. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 45, am späten Donnerstagabend waren fast alle (43) von ihnen identifiziert. Die Ursache ist weiter unklar. Vermutet wird ein Gleisschaden oder ein Fehler an einem der Züge.

Der Betrieb in Katalonien war vom spanischen Schienennetzbetreiber Adif am Mittwoch vorläufig ausgesetzt worden, um die durch das Unwetter beschädigte Infrastruktur zu prüfen. Am Donnerstag um 6 Uhr sollte er wieder aufgenommen werden. Doch dazu kam es nicht, die Lokführerinnen und Lokführer der Region forderten Sicherheitsgarantien. Sie seien verunsichert, räumte der spanische Verkehrsminister Óscar Puente ein. Die Gewerkschaft kündigte bereits einen dreitägigen Streik an. Die tödlichen Unfälle hätten „eine starke emotionale Belastung“ beim Personal ausgelöst. Der Aufstand soll von 9. bis 11. Februar stattfinden.

In Spanien haben Streiks im öffentlichen Verkehr allerdings geringe Konsequenzen für die Passagierinnen und Passagiere, da sogenannte „Mindestdienste“ vorgeschrieben sind. 

Alle 45 Todesopfer des schweren Zugunglücks wurden inzwischen geborgen.
Alle 45 Todesopfer des schweren Zugunglücks wurden inzwischen geborgen.(Bild: AP/Manu Fernandez)
Am Donnerstag wurden die ersten von ihnen begraben. Zwei müssen noch identifiziert werden.
Am Donnerstag wurden die ersten von ihnen begraben. Zwei müssen noch identifiziert werden.(Bild: EPA/ALBERTO DIAZ)

Verletzte nicht in Lebensgefahr
Wie berichtet, kamen bei dem Zusammenstoß von zwei Hochgeschwindigkeitszügen am Sonntag 45 Menschen ums Leben. 123 weitere Personen wurden verletzt. 31 von ihnen liegen noch im Krankenhaus, sechs von ihnen würden auf der Intensivstation behandelt, teilte der andalusische Notdienst auf der Plattform X mit. Demnach würde aber niemand in Lebensgefahr schweben.

Die Identifizierung der Opfer gestaltete sich schwierig. Die Behörden hatten Familien deshalb unter anderem um DNA-Proben gebeten, um das Verfahren zu beschleunigen. Am Donnerstag wurden die ersten Todesopfer zu Grabe getragen. Für den 31. Jänner ist ein Staatsbegräbnis unter dem Vorsitz von König Felipe VI. in der andalusischen Stadt Huelva geplant. Die meisten Toten kommen aus der gleichnamigen Provinz.

Auffällige Beschädigungen festgestellt
Bei der Untersuchung von Zügen, die die Unfallstelle zuvor passiert hatten, wurden auffällige Beschädigungen festgestellt. Laut dem Verkehrsminister ist allerdings noch unklar, ob dieser Aspekt mit dem Unfall in Zusammenhang steht. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska schloss Sabotage aus.

Nur zwei Tage nach dem verheerenden Zugunglück ereignete sich ein weiteres. Am Dienstagabend wurde ein Nahverkehrszug von einer Stützmauer getroffen, die während eines Sturms auf die Gleise gestürzt war. Ein 28-jähriger Lokführer, der noch in der Ausbildung war, kam dabei ums Leben. Dutzende Fahrgäste wurden verletzt, fünf davon schwer. Am heutigen Donnerstag fuhr dann eine Einwagen-S-Bahn in der Region Murcia gegen einen Kran. Die Bilanz: sechs Leichtverletzte.

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