Prügel-Affäre

Disco-Betreiber: “Rogan ist immer willkommen”

Sport
05.08.2009 16:19
Die Betreiber jener Disco in Ostia bei Rom, in der Schwimmer Markus Rogan in der Nacht auf Sonntag von Sicherheitsleuten verprügelt worden sein soll, zeigen sich versöhnlich. "Wir haben bisher noch keine Informationen über eine Anzeige erhalten, die gegen uns erstattet worden ist. Sollte eine eintreffen, würden wir mit der Polizei zur Klärung der Vorwürfe zusammenarbeiten", sagte der Sprecher der Diskothek "Shilling", Fabio Balini, am Mittwoch.

Balini versicherte, dass die Diskothek Rogan gern wieder begrüßen würde, sollte er nach Ostia zurückkehren. "Wir haben kein Problem mit Markus, den wir gut kennen. Wir würden ihn gern wieder hier begrüßen. Er ist eine tolle Person. Es war alles ein Missverständnis", meinte Balini.

Die Polizei in Ostia betonte, dass bisher noch keine Anzeige des Kurzbahnweltmeisters eingetroffen sei. Ein Polizeisprecher erklärte doch, dass Rogan 90 Tage nach dem Vorfall Zeit habe, um Anzeige zu erstatten.

Schwere Knöchelprellung
Rogan hatte am Dienstag die römische Privatklinik Villa Stuart in Rom, in die er wegen der Blessuren nach dem Vorfall in der Diskothek eingeliefert worden war, verlassen. In der Einrichtung im römischen Viertel Monte Mario wurde der Schwimmer umfassenden Untersuchungen, darunter einer Computertomographie, unterzogen. Rogan habe eine schwere Knöchelprellung, aber keinen Bruch erlitten, sagte sein Rechtsanwalt Mario Schiavon.

"Markus ist seelisch und psychisch angeschlagen. Für eine komplette Erholung werden ein bis zwei Wochen notwendig sein. Danach wird er zurückkehren", sagte Schiavon. Wo sich Rogan zurzeit aufhalte, wollte der Rechtsanwalt nicht bekannt geben.

Rogan-Statement im Internet
Rogan sich am Dienstag auf seiner Homepage (Link in der Infobox) zu den Vorfällen geäußert. "Was immer berichtet wird, ich habe niemanden attackiert, gefährdet, angegriffen oder belästigt. Auch wenn es aus heutiger Sicht ein Fehler war, in das Lokal zurückzukehren, rechtfertigt dies nicht jene Form der Selbstjustiz, die mir widerfahren ist", meinte der Schwimmer. "Ich stehe dazu, dass ich von vier Männern in einem abgesonderten Raum aufs Brutalste geschlagen wurde."

"Hätte ich mich tatsächlich so daneben benommen, warum hat man mich nicht einfach von der Polizei abführen lassen?" merkte Rogan weiter an. Seiner Meinung nach bedürfe es auch keiner öffentlichen Rechtfertigung, dass er nach Abschluss der Weltmeisterschaft mit einigen Schwimm-Kollegen ausgegangen sei.

Voererst keine Sanktionen vom OSV
Der Österreichische Schwimmverband wird von Sanktionen gegen Rogan vorerst absehen. "Zunächst muss der tatsächliche Sachverhalt im Hinblick auf die Vorkommnisse in der Diskothek umfassend geklärt werden", betonte Präsident Paul Schauer am Mittwoch in einer Aussendung. Vonseiten des Verbands stehe man mit Rogans Anwalt Mario Schiavon in regelmäßigem Kontakt.

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