Magere Jahre vorbei

Die Vienna kehrt zurück ins Profi-Geschäft

Fußball
10.07.2009 12:02
Acht Jahre hat die Vienna ein Ostliga-Dasein fristen müssen, ehe dem ältesten Fußball-Verein des Landes wieder der Sprung zurück in die Erste Liga gelang. "So ein Klub mit solch einer Tradition gehört ins Profi-Geschäft", freut sich Schirmherr Herbert Prohaska, der als Kind mit seinem Vater, einem "fanatischen Anhänger der Blaugelben" alle 14 Tage auf die Hohe Warte zum Zuschauen mitgehen musste.

Damals gehörten die Döblinger noch zur nationalen Spitze, inzwischen werden kleinere Brötchen gebacken. "Wir wollen ähnlich attraktiv und offensiv spielen sowie interessanten Fußball bieten wie vorige Saison", nannte Trainer Peter Stöger, der einst mit Prohaska für Austria Wien gespielt hatte und mit ihm gemeinsam Meister und Cupsieger geworden war, die Ziele der Wiener. Angst vor dem Abstiegsgespenst hat er keine, die sei nie dabei. "Bei uns herrschen Freude und Begeisterung vor."

Er wolle seine Mannschaft und die jungen Spieler, die teilweise vor eineinhalb Jahren in der Oberliga begonnen haben, weiterentwickeln. Der Kader umfasst 14 Eigenbau-Spieler, ist nahezu unverändert, nur Martin Lang wechselte aus beruflichen Gründen zu den Amateuren. "Wir werden im Laufe der Saison sehen, wer reif für diese Liga ist, aber jeder kann sich beweisen", meinte der Ex-Teamspieler.

Profis, die noch die Schulbank drücken
Obwohl die Vienna zurück im Profi-Geschäft ist, beschäftigt sie keine Vollprofis. Die Spieler gehen arbeiten, studieren, oder besuchen noch die Schule. "Vielleicht werden einige ihren Job auf 20 Stunden reduzieren. Zwar bieten wir auch am Vormittags ein Training an, aber wir Trainer richten uns nach den Terminen der Spieler", erzählt Stöger vom Alltag, der sich nicht wesentlich von jenem in der Regionalliga unterscheiden wird.

Er und Manager Peter Schöttel würden sich auf keine finanziellen Abenteuer einlassen. "Das wirtschaftliche Risiko ist gleich Null", versicherte Stöger, der als Nachfolger von Hans Krankl in Linz als LASK-Feldherr im Gespräch gewesen war. Das Paket wäre für ihn nicht so interessant gewesen. "Der Reiz die Vienna weiter zu begleiten war größer und 100 Prozent die richtige Entscheidung", meinte der Vienna-Trainer.

Hartbergs Ziel ist der Klassenerhalt
Bruno Friesenbichler, einst Vienna-Spieler und nun Trainer des TSV Hartberg, möchte mit dem Aufsteiger aus der Regionalliga Mitte ebenfalls versuchen, die Klasse zu halten. "Wie das funktioniert, davon habe ich keine Ahnung. Mit Arbeit werden wir es schaffen", so Friesenbichler, der zu 99 Prozent denselben Kader wie in der vergangenen Saison, vor der er nie an den Titel gedacht hatte, zur Verfügung hat. Der Altersschnitt der Spieler beträgt unter 22 Jahre, das Budget der Steirer soll das kleinste der Liga sein.

Auch der FC Dornbirn ist wieder da
Nach 20-jähriger Pause kehrt der FC Dornbirn in die Profiliga zurück, wobei der Kader mit einem Schnitt von 22,9 Jahren auch noch sehr jung ist. "Als Aufsteiger hat man den Klassenerhalt im Auge und ich bin felsenfest überzeugt, dass wir das schaffen. Aber auf einem Berg in einer Hütte werden wir unser Ziel intern anders definieren", meinte Trainer Armand Benneker etwas geheimnisvoll. Die Vorarlberger waren in der Westliga während der Saison nur auf den ersten zwei Tabellenplätzen zu finden gewesen.

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