"Carlo war der herausragende Kandidat für den Job", schrieb Chelsea auf der Vereins-Homepage. "Wir sind sicher, dass ihm jeder bei Chelsea einen herzlichen Empfang bereiten wird und wir alle freuen uns darauf, mit ihm zu arbeiten." Ancelotti wird der sechste Chelsea-Trainer sein, seitdem der Russe Roman Abramowitsch den Club vor sechs Jahren kaufte.
Der 49-Jährige holte in knapp acht Jahren bei Milan unter anderem einen Meistertitel und zwei Champions-League-Siege und verabschiedete sich mit einem 2:0-Auswärtssieg gegen Fiorentina, das den "Rossoneri" den direkten Einzug in die Champions-League-Gruppenphase ermöglichte und damit dem neuen Milan-Coach Leonardo eine gute Ausgangsbasis bescherte. Der Brasilianer, zwischen 1997 und 2001 selbst Star bei Milan und zudem Weltmeister 1994, soll bei den Mailändern für frischen Wind sorgen, nachdem Club-Präsident Silvio Berlusconi Ancelotti demontiert und für den verpassten Titelgewinn verantwortlich gemacht hatte.
"Gehe in völligem Einvernehmen mit dem Club"
Ancelotti trat nicht nach: "Ich gehe in Harmonie und völligem Einvernehmen mit dem Club", betonte der 49-Jährige, dessen Vertrag eigentlich bis 2010 lief. Mit Leonardo, der seit seinem Rücktritt 2003 als Milan-Funktionär arbeitete, setzen die Lombarden wieder auf einen jungen Coach. In die Aufbruchsstimmung mischte sich jedoch Trauer über das Ende einer Erfolgsära, weil der beliebte Ancelotti seinen Hut nahm und mit Paolo Maldini eine Milan-Legende nach 902 Ligaspielen endgültig abtrat. Mit 41 Jahren verabschiedete sich der mit stehenden Ovationen gefeierte Abwehrstar von den Tifosi.
Als sich Maldini und Ancelotti herzlich umarmten, flossen die Tränen. "Ich habe seit 40 Jahren nicht mehr so geweint", gab Milans Teamarzt Jean Pierre Meersseman zu. Auch Superstar Kaka war tief bewegt: "Ich kann Ancelotti nur danken, er hat mir die Tür zur Welt aufgestoßen."
Tag des Abschieds in letzter Serie-A-Runde
Die letzte Serie-A-Runde war überhaupt der Tag des Abschieds. Auch beim längst gekürten Meister Inter Mailand mischten sich traurige Töne in die Titelfeier nach dem 4:3-Sieg gegen Atalanta Bergamo, bei dem sich György Garics in der Schlussphase verletzte und für das ÖFB-Team absagen musste. Und dies nicht nur, weil der Portugiese Luis Figo nach 20 Jahren von der Fußball-Bühne abtrat. Während die Spieler mit Trainer Jose Mourinho und ihren Familien auf dem Rasen des Meazza-Stadions feierten, schockte Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic die Fans erneut mit Abwanderungsgedanken. Gerade noch war er mit zwei Treffern zum Torschützenkönig der Serie A (25 Tore) aufgestiegen, da erklärte der Schwede: "Was soll ich jetzt noch in Italien?"
Manninger auf der Bank
Auch bei Vizemeister Juventus Turin, der mit Alexander Manninger auf der Bank 2:0 gegen Lazio Rom gewann, hieß es auf Wiedersehen: Juve-Urgestein Pavel Nedved sagte Turin nach acht Jahren Lebewohl. Ganz besonders bitter war die letzte Runde für die Absteiger Torino, wo Jürgen Säumel zum Abschluss verletzungsbedingt nicht im Kader stand sowie Reggina Calcio und US Lecce. Für sie rücken Bari und Parma aus der Serie B ins Oberhaus auf. Der dritte Aufsteiger steht noch nicht fest, zu den Anwärtern zählt unter anderen Grosseto, der Arbeitgeber von Thomas Pichlmann.
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