Die Mattersburger erwischten in einer von Beginn an äußerst intensiv geführten Partie den besseren Start und hatten in der 5. Minute die erste gute Chance, als Mörz freistehend im Strafraum deutlich verzog. Vier Minuten später setzte der Ex-Teamspieler einen Kopfball vom Fünfer am langen Eck vorbei.
Guem trifft und muss verletzt vom Platz
Die Altacher bestraften diese Nachlässigkeiten in der 12. Minute. Nach einer Flanke von Stückler setzte Jun per Kopf Guem ein - der Vorarlberger war schneller als Bliem und schupfte den Ball über den Mattersburger Goalie hinweg in die Maschen. Für Guem war es das erste Bundesliga-Tor seiner Karriere, neun Minuten danach aber musste er verletzt vom Platz.
Naumoski trifft und muss verletzt vom Platz
So erging es auch dem Schützen des zweiten Tores. In der 26. Minute sorgte Naumoski nach optimaler Vorarbeit von Atan aus fünf Metern für den Ausgleich und beendete damit die SVM-Flaute von zuletzt fünf Partien ohne Torerfolg, wenig später wurde der Mazedonier wegen einer Fußblessur ausgewechselt. Davor hatte Vorisek die Gäste neuerlich in Führung gebracht. Der Tscheche traf per Freistoß aus 30 Metern ins lange Eck, wobei Bliem keine gute Figur machte.
Schweizer Schiri übersieht Pöllhuber-Foul
In der 43. Minute hatten es die Mattersburger dem Schweizer Schiedsrichter Hänni, der erstmals ein österreichisches Liga-Spiel leitete, zu verdanken, dass der Rückstand nicht auf zwei Tore anwuchs, denn der Referee ahndete ein Foul von Pöllhuber an Schoppitsch an der Sechzehnerlinie nicht. Dafür mussten sich die Vorarlberger das 2:2 selbst zuschreiben: Nach einem weiten Ausschuss von Bliem produzierte Sonko eine missglückte Kopfball-Rückgabe, Wagner nützte den Fehler und überhob Schicklgruber per Kopf.
Torfestival nach der Pause
Bereits vier Minuten nach dem Seitenwechsel lagen die Mattersburger dann erstmals in Front: Wagner legte für Seidl ab, und der 20-Jährige stellte per Direktschuss auf 3:2. Wagner sorgte 17 Minuten später nach idealer Vorlage von Atan für die vermeintliche Vorentscheidung, doch schon in der 69. Minute verkürzten die Altacher durch Konrad auf 3:4. Mattersburgs Antwort folgte zwei Minuten danach mit dem Treffer durch Malic, der aus einem Gestocher nach einem Eckball erfolgreich war.
In der Folge setzten die Vorarlberger auf totale Offensive, wurden aber mit Ausnahme eines von Bliem parierten Weitschusses von Vorisek (77.) bis kurz vor Schluss nicht mehr ernsthaft gefährlich. Das 4:5 durch Jun in der 93. Minute kam zu spät.
SV Mattersburg - SCR Altach 5:4 (2:2)
Pappelstadion, 10.300, Hänni (SUI)
Tore: Naumoski (26.), Wagner (45., 66.), Seidl (49.), Malic (71.); Guem (12.), Vorisek (29.), Konrad (69.) Jun (93.)
Gelbe Karten: Seidl, Wagner bzw. Schoppitsch, Stückler, Jun, Konrad, Djordjevic
Mattersburg: Bliem - Mravac, Malic, Sedloski, Pöllhuber - Atan, Seidl, Schmidt (77. Stjepanovic), Mörz - Naumoski (38. Jancker), Wagner
Altach: Schicklgruber - Stückler, Pircher, Djordjevic, Sonko - Schoppitsch (78. Radonjic), Guem (21. Konrad), Vorisek, Karatay (73. Mimm) - Jun, Koch
Stimmen zum Spiel:
Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Heute haben alle alles gegeben und wir hatten wieder den Killerinstinkt. Das gibt so viel Kraft für die letzten Runden, sodass wir mit erhobenem Kopf in die letzten Spiele gehen können. Es ist wieder der Glaube an die Mannschaft eingekehrt. Über den Schiedsrichter will ich kein Wort verlieren, das ist auch nicht nötig. Wir haben hervorragend gespielt und endlich den Erfolg gefeiert, der uns schon lange zusteht. Es sind noch 21 Punkte zu vergeben, wir werden uns nicht zurücklehnen. Aber diesen Rucksack von 21 nicht gewonnenen Spielen haben wir abgegeben."
Georg Zellhofer (Altach-Trainer): "Wir haben Mattersburg in der ersten Hälfte klar kontrolliert, haben zweimal geführt und das Spiel innerhalb von zwei Minuten aus der Hand gegeben. Wir haben Mattersburg zum Ausgleich eingeladen und damit die Chance hergegeben, in der zweiten Hälfte auf Konter spielen zu können. Das zieht sich durchs ganze Frühjahr: Wir machen Fehler und werden postwendend bestraft. Einigen Spielern muss ich die Bundesliga-Tauglichkeit absprechen.
Es wird sicherlich personelle Änderungen geben. Wir haben im Frühjahr phasenweise gut gespielt, aber den Sack nicht zugemacht. Diese Fehler muss man abschütteln, sonst bleiben wir nicht in der Liga. Die Situation Pöllhuber - Schoppitsch war für mich ein klarer Elfer. Ich verstehe es nicht, dass man Leute von der Schweiz reinholt. Er war völlig überfordert, hat viele Fouls übersehen. Wir geben sicher nicht auf, aber es muss auch ein Umdenken geben, und dementsprechend werden wir in der nächsten Woche trainieren."
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