"Klinsi" raus?

Beckenbauer ist entsetzt, Klinsmann will bleiben

Fußball
10.04.2009 10:10
Nach der Lehrstunde des deutschen Meisters Bayern München im Hinspiel des Viertelfinales der Champions League beim FC Barcelona ist klar, dass die 1:5-Liga-Schlappe gegen Wolfsburg keine Eintagsfliege war. Der Druck auf Trainer Jürgen Klinsmann ist nach dem blamablen 0:4 gegen Barca größer denn je, der Abschied des 44-Jährigen scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Vor allem wenn man bedenkt, dass Club-Präsident Franz Beckenbauer bereits die Geduld mit "Klinsi" verloren hat. "Kaiser Franz" war nach dem Barcelona-Match entsetzt und meinte: "Das war das Fürchterlichste, was ich je gesehen habe!" Klinsmann selbst will allerdings weitermachen...

Club-Präsident Beckenbauer suchte nach der schlimmsten Demütigung des FCB in seiner mehr als 46-jährigen Europacup-Geschichte nach Worten und sagte schließlich zu dem Aufeinandertreffen zweier Fußball-Welten, in dem sich die Gäste aus Deutschland hilf-, mut- und kampflos ergaben: "Es stimmte hinten und vorne nicht, das war schülerhaft. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es ist eine Katastrophe!"

Klinsmann schließt Rücktritt aus
Klinsmann, der nach der Zerlegung seiner Elf wie ein angeschlagener Boxer wirkte, hat inzwischen seinen Rücktritt als Trainer ausgeschlossen und den nationalen Meistertitel zur Pflicht erklärt. Die Lust und Freude an seiner Arbeit sei ihm "in keiner Weise" vergangen, beteuerte Klinsmann am Donnerstag. "Dass das ein schwerer Moment ist, ist ganz normal. Das gehört zum Job. Es gibt nicht nur sonnige Situationen. Jetzt weiß die Mannschaft, dass es fünf vor zwölf ist. Aber ich weiß, was in der Mannschaft steckt, und habe keine Zweifel, dass sie eine Reaktion zeigt."

Rummenigge: "Unser Stolz wurde mit den Füßen getreten"
Nach der 0:4-Pleite warnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in einer nächtlichen Bankettrede vor 400 Gästen, "in dieser schweren Stunde rational zu bleiben und die Dinge nicht zu überdrehen, vor allem keine spontanen, unsinnigen Entscheidungen zu treffen". "Wir müssen retten, was zu retten ist, das heißt: In den acht Spielen in der Bundesliga müssen wir jetzt trotzdem versuchen, unsere Ziele zu erreichen. Wir sind ein stolzer Club, dieser Stolz ist hier zum Teil mit Füßen getreten worden. Ich kann alle nur auffordern, in den nächsten Wochen alles zu geben, sich zu zerreißen", appellierte Rummenigge.

Der geschockte Manager Uli Hoeneß wollte vor der weiteren Spiel-Analyse "eine Nacht drüber schlafen".

Gegen Frankfurt noch auf der Trainerbank?
Falls Klinsmann bleiben darf, werden alle noch ausstehenden Liga-Partien für ihn zu Endspielen. Das erste wartet am Samstag gegen den Korkmaz-Verein Eintracht Frankfurt. Spätestens wenn der zweite Platz und damit die direkte CL-Qualifikation nicht gelingt, bleibt den Bayern-Bossen keine andere Wahl mehr... 

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