Sturm nur Lüfterl

Austria Kärnten prolongiert Pleitenserie von Sturm

Fußball
19.03.2009 14:13
Der mit Lizenzsorgen kämpfende SK Austria Kärnten hat in der Bundesliga seine Anwartschaft auf einen möglichen Europacup-Startplatz einmal mehr untermauert. Mit einem 4:2-Heimerfolg am Mittwoch gegen den SK Sturm schoben sich die fünftplatzierten Klagenfurter bis auf drei Zähler an den im Frühjahr weiter sieglosen Vierten aus Graz heran. Die Brasilianer Schumacher (38., 46.) und Sandro (89.) sowie Wolfgang Bubenik (45.) stellten den ersten Erfolg der Kärntner gegen Sturm unter Coach Frenkie Schinkels sicher, für die Steirer waren Daniel Beichler (26.) und Dominik Hassler (74.) erfolgreich.

Sturm stolperte in der Klagenfurter EM-Arena nicht nur über den holprigen Rasen, sondern erneut über die fehlende Effizienz. Die Grazer erwiesen sich vor über 13.000 Zuschauern im Süd-Duell spielerisch zwar als überlegen, vermochten aus der Feldüberlegenheit aber zunächst kein Kapital zu schlagen. 

Sturm geht verdient in Führung
Als Neo-Teamspieler Beichler nach einem gefühlvollen Haas-Pass die fällige Führung für die Gäste erzielte, lag der erste Sturm-Sieg im Jahr 2009 aber doch in der Luft. Die mit Manndeckung gegen Sturms Offensivkräfte Haas und Muratovic agierenden Kärntner stellten den Spielverlauf jedoch innerhalb von acht Minuten auf den Kopf.

Junuzovic dreht die Partie
Nachdem der erneut groß aufspielende Teamkicker Junuzovic vor den Augen von Teamchef Didi Constantini nach über einer halben Stunde erstmals für Klagenfurter Torgefahr gesorgt hatte, erwiesen sich die Hausherren als Meister der Effizienz. Schumacher per Kopf nach einem Junuzovic-Freistoß sowie Bubenik nach einem über Junuzovic und Sand perfekt gespielten Konter sorgten für die überraschende Pausenführung der Schinkels-Elf.

Vermeintliche Vorentscheidung nach Wiederanpfiff
Der laut Medienberichten vor einem Transfer zur Wiener Austria stehende Junuzovic trumpfte kurz nach Wiederanpfiff erneut auf, indem er die geniale Vorarbeit für den dritten Kärnten-Treffer des Abends durch Schumacher (47.) leistete. Erst nach einer Stunde begann Kärnten zu wanken.

Spannende Schlussphase
Nachdem Haas (57.) bereits an Austria-Torhüter Schranz gescheitert war, traf Kienzl zum verdienten Anschlusstreffer. Während Hölzl (78.) aber den Ausgleich vor Augen an Schranz scheiterte, erwies sich Sandro im Konter kaltblütiger. Kärnten bleibt vor heimischem Publikum damit auch im achten Spiel in Serie ungeschlagen.

SK Austria Kärnten - SK Sturm Graz 4:2 (2:1)
Hypo Group Arena, 13.211, SR Lechner
Tore: Schumacher (38., 46.), Bubenik (45.), Sandro (89.); Beichler (26.), Hassler (74.)

Kärnten: Schranz - Riedl, Chaile, Salvatore - Hinum, Junuzovic, Weber (57. Hierländer), Sandro - Bubenik (46. Bukva), Schumacher, Sand (64. Prawda)
Sturm: Kobras - Lamotte (60. Hassler), Feldhofer (46. Sonnleitner), Schaschiaschwili, Kandelaki - Hölzl, Hlinka, Kienzl (84. Jantscher), Beichler - Muratovic, Haas

Meinungen zum Spiel

Frenkie Schinkels (Kärnten-Trainer): "Wir haben nicht als bessere Mannschaft gewonnen, sondern als Mannschaft, die effektiver war. Wir haben aus dem Nichts das 1:1 gemacht, das hat Sturm geschockt. Sturm war nicht effektiv genug und wir haben ihnen rechtzeitig wehgetan. Ein Tor vor der Pause und eines nachher haben dann für uns gesprochen. Junuzovic war hervorragend, er war bei jeder gefährlichen Aktion dabei."

Zlatko Junuzovic (Kärnten-Mittelfeldspieler): "Es hat schlecht angefangen, dann sind wir zurückgekommen. Vier Tage nach dem Spiel gegen die Austria wieder so eine Leistung zu bringen war der Verdienst der ganzen Mannschaft. Man sieht, was machbar ist, wenn man so auftritt wie wir heute."

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Wir haben in der ersten Hälfte als besser Mannschaft 1:0 geführt und das Spiel klar dominiert. Kärnten hat keine Torchance gehabt. Es ist unerklärlich, wenn man 1:0 führt und wir gehen in die Halbzeit und sind 1:2 hinten. Das ist derzeit unser Problem: Wir spielen aggressiv, erarbeiten uns die besten Chancen, am Ende kommt aber nichts dabei heraus. Am Ende noch die Riesenchance auf das 3:3, dann wäre sogar ein Sieg drinnen gewesen."

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