Di, 18. Dezember 2018

Finanzspritze

27.02.2009 16:49

24,5 Milliarden Euro für Osteuropa

Mit einem 24,5 Milliarden Euro schweren Hilfspaket für Banken und Unternehmen in Osteuropa wollen internationale Finanzinstitute die ausufernde Krise in der Region eindämmen. Insgesamt schätzt die Europäische Bank den Bedarf ein Eigenkapital für die Ost-Banken auf 115 Milliarden Euro. Weitere 154 Milliarden könnten zur Refinanzierung benötigt werden, um das Risiko eines Bankenzusammenbruchs in der Region abzuwehren, zitierte die französische Zeitung "Le Figaro" am Freitag EBRD-Chef Thomas Mirow.

Die Weltbank, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Europäische Investitionsbank (EIB) teilten am Freitag mit, sie würden für 2009 und 2010 insgesamt 24,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. 6 Milliarden Euro davon kommen von der EBRD, 5,7 Milliarden von der EIB und 7,5 Milliarden von der Weltbank.

EIB-Präsident Philippe Maystadt sagte: "Dieses gemeinsame Vorgehen wird helfen, die Kreditversorgung in der Region wieder anzukurbeln und die in Mitleidenschaft gezogene Wirtschaft zu stützen." Der Plan sieht vor, dass vor allem kleine und mittelgroße Firmen über die Dauer von zwei Jahren schnelle Kredit-Hilfen bekommen. Zudem sollen Banken auf Kreditlinien und Garantien zurückgreifen können.

Währungen im Sinkflug
Die Krise in Mittel- und Osteuropa spitzt sich immer mehr zu. Nach Jahren mit hohem Wachstum leiden viele Länder in Ost- und Mitteleuropa, vor allem jene, die nicht der Euro-Zone angehören, besonders schwer unter der globalen Rezession. Die Währungen sind im Sinkflug, viele Länder können sich am Kapitalmarkt kaum noch Geld leihen. Zunehmend geraten deshalb auch die westeuropäischen Mütter dieser Banken unter Druck. Vor allem die Commerzbank und die BayernLB in Deutschland sowie die Erste Bank und die Raiffeisen International in Österreich sind dort engagiert.

Weltbank-Chef Robert Zoellick drängte auf schnelle Hilfen für Osteuropa. Er hatte die EU kritisiert, sie unternehme nicht genug, um der Region zu helfen. Mit dem nun koordinierten Aktionsplan werde die Gefahr einer osteuropäischen Bankenkrise jedoch abgeschwächt. Am Sonntag wollen auch die 27 Staats- und Regierungschefs der EU über Hilfen für die Region beraten. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat die Milliarden-Hilfen für angeschlagene Banken in Osteuropa begrüßt. Barroso und EU-Währungskommissar Joaquin Almunia seien zufrieden, dass die Weltbank, die EBRD und die EIB ihre Kräfte bündelten. Es sei wichtig, die Abwärtsspirale zu stoppen.

Pröll begrüßt Osteuropa-Initiative
Österreichs Vizekanzler Finanzminister Josef Pröll begrüßte ebenfalls die Osteuropa-Initiative der internationalen Finanzinstitutionen. "Die Initiative ist nicht zuletzt auf unsere Bemühungen zurückzuführen. Sie ist ein Bestandteil unserer Kampagne, zur Stabilität in Mittel- und Osteuropa beizutragen", betonte Pröll. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl erwartet vom informellen Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Sonntag ein entschlossenes Signal zur Ankurbelung der Wirtschaft. Das Stabilisierungspaket für Osteuropa nütze der gesamten EU und auch Österreich. Jedenfalls müsse die EU einem neuen Protektionismus eine klare Absage erteilen.

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