Di, 21. August 2018

"Es tut mir leid"

19.02.2009 13:21

Tritte gegen Bewusstlosen: Villacher vor Gericht

Ein 25-jähriger Villacher soll einem am Boden liegenden, bewusstlosen Mann bei einer Rauferei in einem Lokal mehrmals gegen den Kopf und das Gesicht getreten und ihn dabei schwer verletzt haben. Nun musste sich der Beschuldigte am Landesgericht Klagenfurt vor einem Schöffensenat verantworten. Der Prozess wurde vertagt, weil der medizinische Sachverständige nicht erschienen war.

Der Angeklagte bekannte sich zwar schuldig im Sinne der Anklage, er gab aber an, sich aufgrund seiner starken Alkoholisierung an nichts erinnern zu können. Es war nicht seine erste Straftat.

Der 25-Jährige wurde bereits fünfmal verurteilt - stets wegen schwerer Gewaltdelikte. "Es ist wie ein roter Faden, immer wenn Sie ein Problem haben, reagieren Sie mit Gewalt - und zwar unkontrolliert", warf ihm Richter Manfred Herrnhofer vor.

Als Grund für seinen starken Alkoholkonsum hatte der Angeklagte zuvor seine vielen Probleme angegeben.

"Sie hätten schon zwei Tote haben können"
Herrnhofer hielt ihm auch vor, nichts gegen sein hinlänglich bekanntes Problem zu unternehmen, schließlich wisse er, was passiere, wenn er zur Flasche greife. "Sie hätten schon zwei Tote haben können und zwar locker", so der Richter im Bezug auf seine vorhergegangenen Verurteilungen. Seit dem Vorfall hätte er aber nichts mehr getrunken, verteidigte sich der Angeklagte.

Außerdem habe er den Computerführerschein gemacht, wieder eine funktionierende Beziehung und wolle auch arbeiten. Ein Sachverständiger attestierte ihm allerdings das Potenzial für weitere Gewalttaten sowie eine psychische Störung.

"Keiner weiß mehr, was er tut"
Die beiden Zeugen - sein "Mitstreiter" sowie einer der beiden Kontrahenten - gaben ebenfalls an, sich an nichts Genaues erinnern zu können. Der Gegner des Angeklagten sagte sogar aus, er wäre zum Tatzeitpunkt auf der Toilette gewesen. Als er zurückkam, wäre sein Freund blutüberströmt am Boden gelegen und zwei dunkle Gestalten seien geflüchtet. "Ein gefährliches Pflaster in Villach, da weiß keiner mehr, was er tut", stellte Herrnhofer fest.

Raufszenen auf Video
Das Überwachungsvideo aus dem Lokal zeigt allerdings detailliert, wie zwischen den vier Personen die Fäuste fliegen. Jener Zeuge, der laut eigener Angabe auf der Toilette war, reagierte darauf mit den Worten: "Da sieht man ja, wie besoffen ich war." Er blieb aber dabei, sich an nichts erinnern zu können. Auf dem Video ist außerdem zu sehen, wie der Angeklagte mehrmals auf seinen bewusstlos am Boden liegenden Kontrahenten eintritt.

Opfer mittlerweile verstorben
"So verhalten Sie sich, wenn Sie nicht mehr wissen, was Sie tun", warf der Richter ihm vor und fragte, was er denn nun zu diesen Bildern sage. "Dazu kann ich nichts sagen, aber es tut mir leid", antwortete der Angeklagte. Das Opfer ist mittlerweile verstorben - ob dessen Tod möglicherweise im Zusammenhang mit den Verletzungen steht, werde noch herausgefunden, so Herrnhofer.

Symbolbild

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