Heftige Kritik

Beckham wird immer mehr zum Buhmann

Sport
24.11.2008 15:02
So wie 2007 hat Los Angeles Galaxy auch im zweiten Jahr der Ära David Beckham in der MLS das Ziel Meistertitel klar verpasst. Im Endspiel im heimischen Stadion von Carson standen am Sonntagabend Columbus Crew und New York Red Bull (3:1-Sieg für Columbus). Der Glamour-Club Los Angeles, der sich gerne als Manchester United oder Real Madrid der USA sieht, ist hingegen trotz Beckham nur graues Mittelmaß.

In Kalifornien wächst die Kritik an "Becks", der im Juli 2007 unter Konfetti-Regen vom damaligen Galaxy-Präsidenten Alexi Lalas als "bester Fußballer des Planeten" vorgestellt wurde. Lalas Lobeshymnen sind längst verklungen. "Wenn Trainer Bruce Arena im kommenden Jahr Erfolg haben will, muss er eine klare Ansage machen. Und die muss lauten: Nichts ist wichtiger als der Verein. Und das muss für jeden gelten - für einen David Beckham ebenso wie für eine 18-jährige Neuverpflichtung", betonte Lalas, der ebenso wie Ex-Trainer Ruud Gullit im August bei Galaxy entlassen wurde.

Arena richte sich nach Beckham und das dürfe nicht sein, so Lalas, der den Engländer für "einen großartigen Spieler" hält, dennoch die Art und Weise seines Leihvertrags mit dem AC Milan kritisierte. "Ihm geht es vor allem darum, weiterhin in der englischen Nationalmannschaft spielen zu können. Das ist ja auch in Ordnung. Aber dann soll er vorher seinen Trainer anrufen und ihm als erstes mitteilen, dass er sich ausleihen lassen will. Soviel Respekt sollte man haben. Stattdessen hat Arena es aus den Medien erfahren", so Lalas.

Umstrittenes Intermezzo bei Milan
Mit seinem Intermezzo bei Milan ab Jänner hat sich Beckham auch den Unmut der Presse zugezogen. "Wenn er nach Mailand geht, soll er am besten gleich da bleiben", schrieb die Tageszeitung "Los Angeles Times". Um Schadensbegrenzung bemüht sich indes MLS-Commissioner Don Garber. "Er ist ja nicht zu Milan gewechselt, sondern nur ausgeliehen. So bleibt er fit und kann auch für Englands Nationalmannschaft spielen. Wir haben schon in der Vergangenheit oft Spieler über den Winter ausgeliehen. Das ist Teil des Fußballs", meinte Garber.

Red Bulls verpassen Meistertitel
Columbus Crew hat indes am Sonntagabend im Finale gegen die New York Red Bulls den ersten MLS-Meistertitel eingefahren. Der "Schwestern-Verein" von Salzburg verlor am Sonntag vor 27.000 Zuschauern im Home-Depot-Center von Carson 1:3.

Im Duell der beiden MLS-Gründungsmitglieder erzielte Moreno in der 31. Minute das 1:0 für Columbus. Wolyniec gelang zwar in der 51. Minute der Ausgleich, doch Marshall brachte den Favoriten nur zwei Minuten später mit einem Kopfballtreffer erneut in Front. Den Schlusspunkt setzte der Kapitän und ehemalige Leverkusen-Spieler Hejduk in der 82. Minute mit dem 3:1. Columbus war bereits in der regulären Saison das überragende Team der Liga und hatte 17 seiner 30 Partien gewonnen.

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