Di, 21. August 2018

Attentat vereitelt

06.11.2008 14:27

US-Neonazis wegen Mordplans angeklagt

Gut eine Woche nach Aufdeckung eines Mordkomplotts von zwei jungen Männern gegen Barack Obama haben die Justizbehörden von Tennessee offiziell Anklage erhoben. Den beiden Anhängern einer rassistischen Ideologie wird illegaler Waffenbesitz, die Planung eines Überfalls auf ein Waffengeschäft und die Bedrohung eines Präsidentschaftskandidaten vorgeworfen. Aus der am Mittwoch in Memphis eingereichten Anklageschrift geht weiter hervor, dass Daniel Cowart (20) und Paul Schlesselman (18) keine weiteren Komplizen hatten. Beiden drohen fünf bis zehn Jahre Haft.

Die jungen Männer waren Ende Oktober festgenommen worden, weil sie angeblich einen Amoklauf in einer afroamerikanischen Schule planten. Nach Angaben der US-Justiz wollten sie zudem weiße Fracks und weiße Zylinder anziehen und aus dem fahrenden Auto heraus Obama erschießen.

Das Bekanntwerden ihrer Festnahme hatte Besorgnis um die Sicherheit Obamas ausgelöst. Der inzwischen zum 44. Präsidenten der USA gewählte Afroamerikaner wurde aus Furcht vor Anschlägen schon in einer früheren Phase des Wahlkampfs vom Geheimdienst geschützt als sonst üblich.

Übers Internet kennengelernt
Laut dem Ministerium und den Gerichtsunterlagen hatten sich Cowart und Schlesselman vor etwa einem Monat via Internet kennengelernt. Beide hätten sich als starke Verfechter einer "Weißen Macht" bekannt und damit begonnen, über einen Amoklauf zu "diskutieren". Zunächst hätten sie ein Waffengeschäft berauben und dann bei weiteren Diebstählen Geld für ihr Vorhaben beschaffen wollen.

88 Afroamerikaner sollten erschossen werden
Am 20. Oktober sei Cowart nach eigenen Angaben von Tennessee nach Arkansas gereist, um Schlesselman dort abzuholen und mit der Umsetzung der Pläne zu beginnen. Demnach hätten beide darüber gesprochen, zunächst eine mehrheitlich afroamerikanische Schule zu überfallen, dabei Menschen zu töten und dann in andere US-Staaten zu reisen, um dort ihr Blutbad fortzusetzen. Den Plänen zufolge sollten 88 Afroamerikaner erschossen und 14 weitere Schwarze geköpft werden. Die Zahl 88 steht bei Neonazis für "Heil Hitler" (zweimal der achte Buchstabe des Alphabets). Die Zahl 14 bezieht sich auf einen Neonazi-Slogan mit 14 Buchstaben.

Den offiziellen Angaben zufolge war es das erklärte Ziel der beiden jungen Männer, am Ende des Amoklaufes zu versuchen, Barack Obama zu ermorden. Nach eigenen Aussagen hätten sie vorgehabt, ein Auto so nahe wie möglich an Obama heranzusteuern und ihn dann durch die Fenster zu erschießen. Beide hätten es dabei mit einkalkuliert, bei dem Attentatsversuch selbst ums Leben zu kommen.

Schießübungen auf Kirchenfenster
Festgenommen wurde das Gespann dem Ministerium zufolge am 22. Oktober in der Stadt Alamo in Tennessee, nachdem sie mit einem Schrotgewehr auf das Fenster einer Kirche geschossen hatten.

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