Di, 21. August 2018

Fürs Lebenswerk

18.10.2008 19:00

Ehrenmedaille in Gold für Karlheinz Böhm

Karlheinz Böhm, Schauspiellegende und Entwicklungshelfer in Afrika, ist seit Freitag auch Träger der Wiener Ehrenmedaille in Gold. Er erhielt die Auszeichnung für sein Lebenswerk, wobei er seine wirkliche Lebensrolle erst nach seiner Schauspielkarriere gefunden habe, wie die Laudatorin, Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner (S) dem 80-Jährigen beschied.

"Ich habe das, was ich getan habe, nicht für mich getan, sondern für die Menschen, mit denen wir gemeinsam auf einem Planeten leben", bedankte sich der Geehrte, der mit seiner Frau Almaz erschienen war. Er werde bis zu seinem letzten Atemzug weiterarbeiten. Seit 2003 besitzt Böhm auch die äthiopische Ehrenstaatsbürgerschaft.

Starkes Rückgrat
"Er hat in 27 Jahren seiner Tätigkeit für und mit 'Menschen für Menschen' in Äthiopien etwas getan, was andere niemals gewagt hätten", würdigte Brauner Böhms Wirken. Nie habe ihm dabei in all den Jahren das Rückgrat gefehlt.

45 Kinofilme
Zugleich nahm Brauner auch auf das filmische Schaffen des Sohns von Dirigent Karl Böhm Bezug. Bevor er sein Afrika-Engagement begann, hatte Böhm mit rund 45 Kinofilmen Bekanntheit erlangt. Die Politikerin strich dabei vor allem die Bedeutung der drei Sissi-Filme mit Romy Schneider heraus: "Ein Teil der österreichischen Identitätsbildung - das ist meine feste Überzeugung - ist auf dieses Werk zurückzuführen."

Schauspielerisch emanzipierte sich Böhm in seiner Karriere vom Heimatfilm-Image und spielte später in Werken wie Michael Powells "Peeping Tom" oder in Rainer Werner Fassbinders "Martha" und "Fontane - Effi Briest". Ende der 1970er Jahre löste er sich jedoch von der Schauspielerei und wandte sich Hilfsprojekten zu.

Hilfe zur Selbsthilfe
1981 gründete er in Äthiopien seine Stiftung "Menschen für Menschen" mit den Spendengeldern, die bei seiner bekannten "Wetten, dass ...?"-Wette zusammengekommen waren. Die Organisation  betreibt heute nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe in acht Regionen Äthiopiens Projekte, die Landwirtschaft und Brunnenbau ebenso umfassen wie Mädchenwohnheime oder den Ausbau des Gesundheitswesens. Böhm, der am 16. März seinen 80. Geburtstag feierte, verbringt selbst immer noch mehrere Monate im Jahr in Äthiopien.

Unzählige Auszeichnungen
Und so reiht sich die heutige Medaille in eine lange Liste an Auszeichnungen ein, die vom Filmband in Gold über zwei Bambis, den humanitären Preis der deutschen Freimaurer bis hin zum deutschen Bundesverdienstkreuz reicht. Alleine in seinem heurigen Jubiläumsjahr erhielt Böhm den internationalen Hundertwasser-Preis, die Berlinale Kamera und den bayerischen Verdienstorden. Zudem trägt seit März das Salzburger Europagymnasium Nonntal den Namenszusatz Karlheinz-Böhm-Gymnasium.

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