Fr, 17. August 2018

Trotz Pleiten-Start

07.10.2008 17:44

Bayerns Chefetage gibt Klinsmann Jobgarantie

Trainer Jürgen Klinsmann steht trotz des blamablen Saisonstarts beim deutschen Fußball-Meister FC Bayern München nicht zur Diskussion. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung gab der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge dem Ex-DFB-Teamchef eine Jobgarantie bis Saisonende. Er werde definitiv am 34. Spieltag der Bundesliga auf der Trainerbank sitzen, betonte Rummenigge: "Da gibt es keine Zweifel." Gleichzeitig kündigte der Bayern-Chef eine "harte Gangart bei dem einen oder anderen Spieler an".

Sieben Spiele, neun Punkte, 13 Gegentore und Tabellenplatz elf: Das ist nicht das, was sich die Bayern-Verantwortlichen vor dem Saisonstart erwartet haben. Nachdem die Luft für Klinsmann zuletzt immer dünner wurde, schloss Rummennige nun eine baldige Trennung kategorisch aus. Auch am 34. und letzten Spieltag werde der Ex-DFB-Teamchef auf der Bayern-Bank sitzen, "definitiv".

Rummenigge droht Spielern
Klinsmann mache alles richtig, nur seien die Ergebnisse derzeit nicht die richtigen. Rummenigge: "Wir sind von Jürgen und seiner Philosophie überzeugt. Er ist der richtige Trainer für uns." Gleichzeitig stellte der Vorstandsvorsitzende einigen Spielern die Rute ins Fenster. "Wenn der eine oder andere meint, er müsse hier egoistisch agieren, dann werden wir ihm klar und deutlich zu verstehen geben, dass dies nicht der Weg ist, der zum Erfolg führt. Ich verlange, dass die Mannschaft nun kratzt, beißt und spuckt." Rummenigges Kritik zielt wohl auf die Nationalspieler Tim Borowski und Lukas Podolski ab, die am Wochenende gegen Bochum eingewechselt wurden und eine schwache Leistung boten.

Fans forderten: "Ami, go home"
Die Fans haben nicht so viel Geduld wie Bayerns Chefetage. Nach dem schwachen Liga-Auftakt und den wenig glanzvollen Auftritten in der Champions League, in der die Bayern mit vier Punkten aber immerhin im Soll sind, ist für die Anhänger längst das Maß voll. "Ami, go home", forderten sie Klinsmann unlängst zur Rückkehr in seine kalifornische Wahlheimat auf.

"Neue Kultur in der Bundesliga"
Klinsmann will in München seine Reformen mit aller Macht durchsetzen. Im Millionen Euro teuren Leistungszentrum, wo er seine Schützlinge mit Hilfe eines elfköpfigen Trainerstabs in Acht-Stunden-Tagen zu rundum gebildeten Menschen formen will, hat er so viel umgekrempelt, dass Rummenigge von einer "neuen Kultur in der Bundesliga" schwärmt. Auf dem Platz aber hinterließen Klinsmanns Absichten bisher viel Ratlosigkeit und einen konfusen Gesamteindruck.

Buddhas im Trainingszentrum
Klinsmann baute im Trainingszentrum Buddhas auf und wieder ab, experimentierte erfolglos mit diversen Spielsystemen, rotierte ohne Rücksicht auf Namen und Positionen in die Krise und schuf mit der Demontage von Kapitän Mark van Bommel offenbar ohne Not einen Konfliktherd. Klinsmann, in München so kritisch wie kaum einer seiner Vorgänger beäugt, und der FC Bayern können die Länderspielpause für ausführliche Analysen nutzen.

Kritik von Tormann-Legende Oliver Kahn
Mit Sorge und Skepsis verfolgt Oliver Kahn das Geschehen beim FC Bayern München und äußert versteckte Kritik an Trainer Jürgen Klinsmann. "Es ist nicht ungefährlich. Jeder Verein hat seine eigene Philosophie, an der man da und dort ein bisschen drehen kann, aber die man nicht völlig über den Haufen werfen kann", warnte der frühere Bayern-Kapitän am Montag. "Man kann auch nicht zum AC Milan gehen und sagen 'wir spielen jetzt wie Real Madrid'. Das funktioniert nicht."

Kahn sparte auch nicht mit einem Wink in Richtung Chefetage: "Sie wollten jemanden, der den Verein umkrempelt. Wenn man jemanden wie Klinsmann verpflichtet, muss man wissen, wen man verpflichtet hat. Der Verein muss Geduld haben". Dass die Bayern den schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren hinlegten, empfand Kahn als verwunderlich. "Es spielt ja praktisch dieselbe Mannschaft, die letztes Jahr das Double gewonnen hat". Er wollte die Situation aber nicht allzu schwarz malen: "Man darf das jetzt nicht alles negativ sehen. Der FC Bayern ist noch immer eine Mannschaft, die eine gute Drei-Punkte-Serie hinlegen kann. Dann geht es wieder aufwärts."

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