So, 19. August 2018

Haiders Schatten

03.10.2008 17:19

Petzner wird als oranger Klubobmann gehandelt

Nach dem orangen Siegesrausch am Wahlsonntag wird es beim BZÖ nun in Sachen Klubführung ernst. Die intern als am wahrscheinlichsten gehandelte Variante: Parteichef Jörg Haider, der sein Mandat bekanntlich nicht annehmen will, soll die orange Fraktion formell von Kärnten aus führen. Als geschäftsführender Klubobmann im Parlament wird Generalsekretär Stefan Petzner gehandelt. „Haiders Schatten“: „Ich folge dem Vatikan-Prinzip: Dort wo man sagt, es geht hin, geht es hin.“

Der derzeitige orange Klubobmann Peter Westenthaler hat zwar immer wieder betont, seine Funktion beibehalten zu wollen. Haider hatte am Donnerstag allerdings dessen Verbleib indirekt ausgeschlossen: „Ich glaube, dass es verständlich ist, dass jene Landesgruppe die die meisten Abgeordneten auch in der Fraktion stellt, natürlich auch den Anspruch erhebt den Klub zu führen“, so der BZÖ-Chef, der damit natürlich die Kärntner Mandatare meinte.

Zweitgereihter Kärntner auf der Bundesliste nach Haider ist Petzner und wäre damit logischer Klubobmann. Westenthaler ist zudem parteiintern auch wegen seiner (nicht rechtskräftigen) Verurteilung wegen falscher Zeugenaussage in der „Prügel-Affäre“ umstritten. Haiders formelle Klubführung von Kärnten aus wäre laut Geschäftsordnung auch ohne Mandat möglich. Eine offizielle Entscheidung gibt es trotz aller Anzeichen nicht. Für Generalsekretär Martin Strutz gilt im BZÖ indes derzeit nur eine Devise: Abwarten, was SPÖ und ÖVP machen werden. Erst kurz vor der konstituierenden Klubsitzung am 27. Oktober werde man die Weichen definitiv stellen.

„Junges Gesicht“ für Wien gesucht
Unterdessen steht im Hinblick auf die Gemeinderatswahl auch ein Umbau der Wiener Landesgruppe bevor. Grund: Das relativ schlechte Wahlergebnis von 4,7 Prozent. Parteichef Michael Tscharnutter steht bei den Wiener Orangen zwar vorerst außer Streit, trotzdem sucht man nach neuem Personal für die kommende Wahl 2010 in der Bundeshauptstadt. Als eventuelle Spitzenkandidaten werden Stefan Markowitz und Christian Kabran gehandelt. Ein „junges Gesicht“ solle es in jedem Fall sein, heißt es im BZÖ. Markowitz hat zwar noch keine politische Erfahrung, soll diese allerdings im Nationalrat gewinnen. Er steht auf der orangen Bundesliste auf Platz sechs. Der Betriebsleiter soll langfristig auch in der Bundespolitik eine größere Rolle spielen, geht es nach dem Wunsch mancher Funktionäre.

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