Di, 25. September 2018

Streit um Pergola

23.09.2008 13:39

Kritik an Neugestaltung des Pratersterns wächst

Schwarz-Grünes Oppositionstrommelfeuer auf die weiteren Umbaupläne des Pratersterns. Die Pergola, die den Platz einkreist und 850.000 Euro kostet, sei ein Schandfleck und verdecke darüber hinaus das Tegethoff-Denkmal. Auch der zuständige Architekt kritisiert die Wiener: Seine Pläne seien unzureichend umgesetzt worden. Die Stadt weißt die Kritik entschieden zurück: „Wir arbeiten genau nach Plan“, heißt es aus dem Rathaus. Und diesem Plan haben alle Fraktionen zugestimmt.

Der Stein des Anstoßes sind 10,6 Meter hohe, miteinander verbundene Stahlträger, die sich um die südwestliche Hälfte des Platzes und somit auch um das Denkmal für Admiral Wilhelm von Tegetthoff schlängeln. Aber nicht nur das Denkmal drohe hinter diesem "Wall aus Stahl" zu verschwinden, bedauerte VP-Stadtrat Norbert Walter. Auch die Sicht auf den neuen Bahnhof und das Riesenrad werde durch die "Hochschaubahn" vollkommen gebrochen. Die Volkspartei habe damals den Plänen zugestimmt, da man davon ausgegangen sei, dass eine "Pergola" zwei bis drei Meter hoch werde, nicht über zehn. Die Wiener SPÖ habe noch nie ein Händchen für das Gestalten von Plätzen gehabt, so Walter.

Auch die Grünen hatten jüngst die Gestaltung kritisiert, anstelle eines Abrisses jedoch die Pflanzung einer parallelen Baumreihe zur Pergola gefordert, um das Mikroklima am Platz zu verbessern und das Bauwerk zu verdecken. Überdies hatte man die Wiener zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen, um die Gestaltung der Platzfassung zu verbessern.

Im aktuellen "Falter" klagt überdies Architekt Boris Podrecca über die Stadtplanung, die seine Ideen nur unzureichend umgesetzt habe. "Von dem ganzen Konzept ist aber nur ein kleines Echo geblieben. Und selbst das musste mit Müh und Not durchgeboxt werden", heißt es da.

SPÖ zeigt kein Verständnis
Für diese Kritik bringt man im Büro des zuständigen SP-Stadtrates Rudolf Schicker wenig Verständnis auf. "Alle Pläne sind mit dem Architekten akkordiert ", unterstrich eine Sprecherin. Irgendwann müssten bei aller Kreativität auch die Fristen für einreichfähige Pläne eingehalten werden. Man sei jedenfalls nicht über die Architekten drübergefahren.

Auch die VP-Argumentation könne man nicht nachvollziehen: "Die stimmt hinten und vorne nicht." Es werde keine "Grillagen" genannten Stahlgitter zwischen den Streben der Pergola geben, welche die Sicht verstellen könnten. Diese seien in der Mitte des Platzes angesiedelt. Auch sei kein Glasdach für diese Bauten geplant.

Die Pergolen seien ein Gestaltungselement, die als Platzeinfassung dienten - was auf der nordöstlichen Seite des Pratersterns mittels anders geformter Stahlstangen ebenfalls komme, unterstrich Eduard Winter, Leiter der zuständigen Magistratsabteilung 29. Eine Begrünung der Elemente sei nicht möglich, da sich nicht genügend Erde unter den massiven Fundamenten finde. Die reinen Kosten für die Stahlkonstruktion würden sich auf rund 850.000 Euro belaufen, so Winter.

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