Im frühmorgendlichen Nebel verfolgten Tausende von Schaulustigen den Weg der symbolischen Fackel über das monumentale Bauwerk. Das olympische Feuer wurde von Trommelklängen und einem riesigen Papierdrachen begleitet.
Weiter strenge Bewachung
Wegen befürchteter Proteste am Rand des "Reise der Harmonie" genannten Fackellaufs wird die olympische Flamme auf ihrer letzten Etappe streng abgeschirmt. Der Pekinger Parcours der Flamme begann am Mittwoch in der Verbotenen Stadt und wird im Lauf des Donnerstags durch die Pekinger Vororte führen. Der Lauf endet am Freitag mit der Entzündung des olympischen Feuers im Nationalstadion.
Flamme kehrt zum IOC zurück
Eine "Reise der Harmonie" war der Olympische Fackellauf aber keineswegs. Vielmehr gestaltete er sich als eine lange Irrfahrt des "heiligen Feuers", das erst am Freitag durch die prominenten Fackelläufer Thomas Bach und Sergej Bubka wieder in den Besitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) übergeht. "Es ist ein Zeichen, dass die Fackel ein olympisches und kein staatliches Symbol ist", gab der deutsche IOC-Vizepräsident Bach zu, "es müsste in Zukunft wieder mehr das Zeichen des IOC sein und weniger das des Organisationskomitees".
Fackellauf soll abgeschafft werden
Insgesamt sechs IOC-Spitzenfunktionäre gehören zu den letzten Auserwählten, die vor der Eröffnungsfeier die Fackel durch die chinesische Hauptstadt tragen dürfen, nachdem das IOC monatelang tatenlos hatte zusehen müssen, wie sein Fackellauf "enteignet" und durch gewalttätige Angriffe missbraucht worden war - von Harmonie also keine Spur. Einen ähnlichen Spießrutenlauf wie bei dieser Welt-Tour der Fackel durch 21 Länder auf sechs Kontinenten soll es in Zukunft nicht mehr geben. Das IOC will den internationalen Teil des Fackellaufs bei künftigen Spielen abschaffen. Vancouver plant deshalb bei den Winterspielen 2010 nur Etappen in Kanada.
Fackel-Tour der Rekorde
Nie zuvor haben so viele Menschen am Fackellauf teilgenommen (rund 20.000), nie zuvor hat das olympische Feuer eine so lange Strecke zurückgelegt (137.000 km), und nie zuvor war der Fackellauf aber auch von so vielen Zwischenfällen überschattet. Schon als das Feuer Ende März an der antiken Stätte von Olympia in Griechenland mit Hilfe der Sonnenstrahlen und eines Hohlspiegels entzündet wurde, störten Demonstranten die Zeremonie, um gegen die chinesische Herrschaft in Tibet zu demonstrieren.
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