Im Aufwind

Siege für Wiener Klubs

Fußball
27.07.2008 13:57
Dank eines frühen Tores von Sturmtank Stefan Maierhofer hat sich Meister Rapid am Samstag drei Punkte in Mattersburg gesichert. Lokalrivale Austria hatte zu Hause gegen Ried nur zu Beginn Mühe. Nach 0:1-Rückstand drehten die Wiener auf und fuhren einen standesgemäßen 3:1-Sieg ein.

Rapid feierte in der 4. Runde der tipp3-Bundesliga bei den Burgenländern in einer spannenden Partie einen 1:0-Erfolg und konnten erstmals seit fünf Jahren wieder drei Punkte aus dem Pappelstadion entführen. Damit ist auch Mattersburgs Serie von 15 Heimspielen ohne Niederlage gerissen.

Maierhofer fixierte mit seinem neunten Bundesligatreffer schon in der 5. Minute den zweiten Saisonsieg der Wiener. Mattersburg fand in einer vor allem in der ersten Hälfte zerfahrenen Partie zwar durchaus Ausgleichschancen vor, musste sich letztlich aber nicht ganz unverdient den spielerisch besseren Wienern geschlagen geben.

Maierhofer erwischt Mattersburg kalt
Rapid startete beim Angstgegner ideal. Kavlak, erstmals in dieser Saison in der Startelf, leitete auf der linken Seite die frühe Führung für die Hütteldorfer ein. Boskovic leitete das Anspiel auf Hoffer weiter, der enteilte Mravac und bediente per Stanglpass Maierhofer, der problemlos einschoss (5.). Der zweite Saisontreffer des baumlangen Stürmers ließ Grün-Weiß aber keineswegs befreit aufspielen. Spätestens nach etwa 25 Minuten war die Lederer-Elf dem Meister ebenbürtig, ohne aber mit einem Tor belohnt zu werden.

So vergab Sturmtank Jancker zwei gute Chancen für die Burgenländer. Die beste davon in der 35. Minute, als er nach Kovrig-Vorarbeit alleinstehend an Goalie Koch scheiterte. Unter den Augen von Famagusta-Trainer Temuri Ketsbaja, der mit Anorthosis in der Champions-League-Qualifikation auf die Hütteldorfer trifft, wurde Rapid in einer kämpferisch geführten Partie vor allem über die Flügel gefährlich. Oder über Regisseur Hofmann, dessen sehenswerte Vorarbeit Boskovic in der 41. Minute nur knapp nicht verwerten konnte.

Naumoski-Tor wegen Abseits nicht gegeben
Die Pacult-Truppe kam etwas aktiver aus der Kabine, Maierhofer (55.) und Hoffer (57.) scheiterten jeweils aus wenigen Metern. Für Aufregung sorgte Schiedsrichter Einwaller mit seiner Abseitsentscheidung in der 58. Minute, die den Torjubel Naumoskis erstickte. Nach einem schweren Patzer von Maierhofer im Mittelfeld hatte der Mazedonier alleinstehend zum vermeintlichen Ausgleich eingenetzt.

Rapid behielt in der zweiten Hälfte das Heft in der Hand, Mattersburg brachte sich wiederholt durch unnötige Eigenfehler um die Früchte der Arbeit. Pöllhuber hatte schließlich Glück, nach einer ungeschickten Attacke an Hoffer nur Gelb gesehen zu haben (69.).

Die Schlussminuten brachten noch einmal Hochspannung. Rapid-Verteidiger Thonhofer rettete in der 89. Minute nach einem Csizmadia-Schuss auf der Linie, wenig später parierte Koch einen scharfen Schuss Pöllhubers (90.). Hoffer vertändelte in der 92. Minute im Strafraum die Chance zur Entscheidung - es blieb aber beim 1:0 für die Gäste.

Austria setzt Aufwärtstrend fort
Die Wiener Austria kommt - ohne zu glänzen - allmählich auf Touren. Mit einem 3:1-Heimerfolg gegen die SV Ried setzten die weiter ungeschlagenen Violetten ihren Aufwärtstrend fort. Trotz Rückstand durch ein Tor von Herwig Drechsel (14.) schafften die Hausherren noch vor dem Seitenwechsel durch Matthias Hattenberger (30.) und Mario Bazina (45.) die Wende, nach der Pause traf Joachim Standfest (53.) zur Entscheidung.

Nach bescheidenem Saisonstart mit zwei Remis in den ersten beiden Partien tankte die Austria in der Generalprobe für das UEFA-Cup-Rückspiel gegen Tobol Kostanaj am Donnerstag Selbstvertrauen und schob sich zumindest bis zum Spiel von Red Bull Salzburg am Sonntag auf den zweiten Rang vor. Auch gegen Tobol gilt es nun, ein 0:1 aus dem Hinspiel aufzuholen. Die nun bereits seit 15 Auswärtsspielen in Serie sieglosen Rieder zeigten eklatante Schwächen bei Standardsituationen, verpassten auch deshalb den Sprung an die Tabellenspitze und rutschten auf Platz sechs ab.

Innviertler mit perfektem Beginn
Neun Minuten waren gespielt, als den mehr als 7.000 Zuschauern erstmals der Atem stockte. Ein Kopfballtor des anstelle des gesperrten Salihi erstmals von Beginn aufgebotenen Daniel Hofer (10.) wurde aber zurecht wegen Abseits aberkannt. Nur wenig später durften die mitgereisten Fans der Innviertler überraschend jubeln. Nach einer missglückten Kombination zwischen Standfest und Hattenberger spazierte Kujabi über das ganze Feld und legte auf Routinier Drechsel ab, der den Ball elegant ins Tor schupfte.

Die Austria hatte zwar ein klares Plus an Spielanteilen, gegen einen defensiv eingestellten Gegner gelang es aber erneut nicht, Druck aufzubauen. Bezeichnenderweise kamen die Hausherren aus einer Standardsituation zurück ins Spiel - ein Rezept, das gegen Ried noch einmal Wirkung zeigen sollte. Sun zirkelte einen Eckball in den Strafraum, wo Hattenberger mit seinem ersten Treffer im violetten Trikot per Kopf zur Stelle war.

Bak scheitert an der Stange
Die Oberösterreicher setzten weiter auf Konterattacken und wären durch Lexa (35.) fast erneut in Führung gegangen. Nachdem Hofer im Zweikampf mit Schiemer Sieger geblieben und mustergültig aufgelegt hatte, traf der Rieder vor dem leeren Tor aber nur die Latte. Auf der Gegenseite traf Bak (40.) nach einer weiteren Ecke von Sun nur die Außenstange. Aus ihrer besten Kombination der ersten 45 Minuten ging die Austria doch noch in Führung. Bazina schloss nach Hattenberger-Flanke und Kopfball-Vorlage von Acimovic ab.

Das Glückserlebnis vor dem Pausenpfiff im Rücken gelang dem Europacup-Teilnehmer auch nach Seitenwechsel ein Start nach Maß, wobei die Mannschaft von Paul Gludovatz erneut Schwächen in der Hintermannschaft offenbarte. Wieder trat Sun einen Eckball, das anschließende Tohuwabohu im Rieder Strafraum nutzte Standfest zur Vorentscheidung. Drechsel (65.) gab aus spitzem Winkel noch einen Warnschuss ab, nach dem Austausch der nicht ganz fitten Mittelfelddrehscheibe blieben die Gäste aber zu harmlos. In den Reihen der Violetten durfte Neuerwerbung Mamadou Diabang in den letzten 25 Minuten noch seinen unauffälligen Einstand feiern.

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