Vor 15.400 Zuschauern, erstmals seit 27. Februar war das Hanappi-Stadion nicht ausverkauft, vermochte Rapid den gut eingestellten Gästen lange Zeit nichts entgegenzusetzen.
Kärnten-Coach Frenkie Schinkels wartete mit gleich zwei Überraschungen auf: Zum einen beorderte er Riedl quasi als Libero hinter die Viererkette, zum anderen hatte er seine Truppe trotz dieser massierten Abwehr sehr offensiv eingestellt. Die Gäste wirbelten die grün-weißen Reihen denn auch gleich zu Beginn mit schnellen Direktspiel durcheinander, Wolf verschaffte nach schönem Weber-Pass von der Mittellinie schon in der ersten Minute aus gut 18 Metern alleinstehend Rapid-Goalie Koch gute Gelegenheit sich zu beweisen.
Kärntner in der ersten halben Stunde stärker
Die Klagenfurter blieben in der ersten halben Stunde tonangebend. Dank des behäbigen und fehlerhaften Spielaufbaus, der oft zu weit vom Ball entfernten Hütteldorfer, übernahmen sie immer wieder die Initiative und trugen flotte Attacken vor allem über die rechte Seite und den schnellen Wolf vor. Auch Mair wurde immer wieder mit langen Pässen gesucht. Ein Mair-Kopfball (15.), ein Wolf-Weitschuss (18.), sowie ein Junuzovic-Versuch knapp am langen Eck vorbei (42.) waren die besten Möglichkeiten für die Klagenfurter.
Erst im Schlussdrittel der ersten Hälfte kam Rapid gefährlicher vor den Kasten des Gegners und zu ersten Möglichkeiten: Hoffmann setzte einen Weitschuss nur knapp über die Latte (30.), fünf Minuten später ließ der allein stehende Boskovic unmittelbar hintereinander zwei gute Chancen aus wenigen Metern aus. Kärnten machte Grün-Weiß das Leben im Angriff aber schwer, Ortlechner und Chaile bzw. Riedl kümmerten sich "rührend" um die Spitzen Maierhofer und Hoffer.
Rote Karte für Kärnten-Coach Schinkels
Nach dem Seitenwechsel wurde auf Seiten Kärntens der zuletzt angeschlagene Wolf durch den Brasilianer Sandro ersetzt, Rapid-Coach Pacult brachte Kavlak für Kulovits. Sandro war es denn auch, der in der 49. Minute nach einem schnellen Konter den ersten - harmlosen - Warnschuss abgab. Kurz darauf vergab der 22-jährige erneut im Gegenstoß eine noch bessere Gelegenheit, Koch klärte aber in letzter Sekunde (52.).
Sein Trainer Frenkie Schinkels war da von Schiedsrichter Hofmann bereits auf die Tribüne verbannt worden und hatte sich beim Unparteiischen dafür mit einer eigens mitgeführten Roten Karte revanchiert (51.). Die Partie nahm in dieser Phase an Rasanz zu. Boskovic traf die Stange, Rapid zeigte im Gegensatz zur ersten Hälfte nun auch spielerisch mehr. "Kanonier" Dober hämmerte in der 60. Minute einen abgefälschten Freistoß gefährlich nahe am Tor vorbei und scheiterte in der Folge per Kopf.
Last-Minute-Tor von "Jimmy" Hoffer
Die Gäste aus Kärnten blieben in Kontern aber weiterhin brandgefährlich. Der an der Schulter verletzte Sandro musste in der 61. Minute für seinen Landsmann Chiquinho Platz machen, der nur wenige Sekunden später aus wenigen Metern erneut eine Riesenchance vergab. In der Schlussphase, Jelavic war für Dober gekommen (79.), setzte Rapid alles auf eine Karte. Der erhöhte Druck wurde schließlich noch belohnt: Jelavic (80.) und Maierhofer per Kopf (86.) sowie Boskovic, der von Riedl in letzter Sekunde gestoppt wurde (89.), gingen zwar leer aus, aber Hoffer machte nach Vorarbeit von Kavlak in der 95. Minute den Last-Minute-Sieg für den Rekordmeister noch perfekt.
SK Rapid Wien - SK Austria Kärnten 1:0 (0:0)
Hanappi-Stadion, 15.400 Zuschauer, SR Hofmann
Tor: 1:0 (95.) Hoffer
SK Rapid: Koch - Dober (79. Jelavic), Tokic, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikkinen, Kulovits (46. Kavlak), Boskovic - Hoffer, Maierhofer
Austria Kärnten: Schranz - Riedl - Bubenik, Chaile, Ortlechner, Prawda - Wolf (46. Sandro/61. Chiquinho), Hinum, Weber, Junuzovic(83. Bürgler) - Mair
Gelbe Karten: Tokic, Patocka, Maierhofer, Dober bzw. Wolf, Prawda, Chaile, Hinum, Mair
Die Besten: Hofmann, Koch bzw. Riedl, Junuzovic, Wolf
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