Legionärs-Krösus ist wie schon in der Vergangenheit Vizemeister Red Bull Salzburg, in dessen Kader sich im Moment 21 Ausländer tummeln. Alle anderen Vereine haben ihr Aufgebot so zusammengestellt, dass sie wie vorgeschrieben 12 Österreicher auf den 18 Kicker umfassenden Spielbericht schreiben können, wobei jedoch Rapid und Austria jeweils einen Legionär auf die Tribüne setzen müssten, um zu Finanzspritzen zu kommen.
Was ist der Österreicher-Topf?
Der Österreicher-Topf wird zu über 80 Prozent von der Bundesliga gespeist, die dafür rund 50 Prozent ihrer TV-Gelder zur Verfügung stellt, der Rest kommt vom ÖFB. Eingeführt wurde das Projekt in der Saison 2004/05, damals mit der Vorschrift, dass acht Kicker im Besitz eines österreichischen Passes sein mussten. Seither wurde diese Zahl pro Jahr um einen Österreicher erhöht, eine weitere Steigerung für die kommende Saison ist derzeit aber nicht vorgesehen.
Abgerechnet wird in Quartalen, also jeweils nach neun Runden. Entscheidend für die Auszahlung sind die Einsatzminuten von österreichischen Spielern, wobei die Minuten heimischer U21-Kicker doppelt zählen. Allerdings sind auch Einsätze von Spielern wie Austria-Goalie Szabolcs Safar (ungarisch-österreichischer Doppel-Staatsbürger) oder Mattersburg-Stürmer Ilco Naumoski (mazedonisch-österreichischer Doppel-Staatsbürger) bares Geld wert, obwohl sie nicht für die ÖFB-Auswahl einlaufen dürfen.
Nach jedem Quartal werden die Österreicher-Einsatz-Minuten aller partizipationsberechtigten Vereine addiert und durch die zur Verfügung stehende Summe dividiert, woraus sich der Wert einer Minute und in der Folge der finanzielle Ertrag für jeden Bundesligisten ergibt. Wenn sich ein Verein in einem Viertel wie zuletzt Salzburg während der gesamten vergangenen Saison nicht an die Vorgaben hält, kann er danach bei Erfüllung der Kriterien wieder partizipieren.
Transferzeit läuft noch bis Ende August
Die Auswirkungen des Österreicher-Topfes lassen sich an den nackten Zahlen messen. Zu Beginn der Saison 1994/95, wenige Monate vor dem Bosman-Urteil, standen 33 Ausländer in der Bundesliga unter Vertrag, im Frühjahr 1997 waren es bereits 63. Im Frühjahr 1999 stieg die Zahl auf über 80, knackte im Juli 2002 die 90er-Marke und näherte sich ab 2004 gefährlich nahe der 100er-Grenze. Nur langsam sank die Legionärs-Zahl, zuletzt auf 84 im vergangenen Februar. Die 72 im Moment in der österreichischen Liga beschäftigten Ausländer könnten allerdings noch Zuwachs bekommen, schließlich läuft die Transferzeit bis 31. August.
Legionäre in der Bundesliga (Stand 4. Juli):
Rapid (7): Nikica Jelavic (CRO), Georg Koch (GER), Marcel Ketelaer (GER), Steffen Hofmann (GER), Mario Tokic (CRO), Markus Heikkinen (FIN), Branko Boskovic (MNE)
Salzburg (21): Timo Ochs (GER), Laszlo Bodnar (HUN), Milan Dudic (SRB), Mejdi Traoui (TUN), Anis Boussaidi (TUN), Robin Nelisse (NED), Somen Tchoyi (KAM), Barry Opdam (NED), Niko Kovac (CRO), Alexander Zickler (GER), Manuel Pamic (CRO), Johan Vonlanthen (SUI), Patrik Jezek (CZE), Karel Pitak (CZE), Tsuneyasu Miyamoto (JPN), Djordje Rakic (SRB), Sasa Ilic (SRB), Ibrahim Sekagya (UGA), Vladimir Janocko (SVK), Louis Clement Ngwat-Mahop (KAM), Remo Meyer (SUI)
Austria Wien (7): Fernando Troyansky (ARG), Jacek Bak (POL), David Lafata (CZE), Jocelyn Blanchard (FRA), Mario Bazina (CRO), Milenko Acimovic (SLO), Sun Xiang (CHN)
Sturm Graz (5): Ilja Kandelaki (GEO), Fabian Lamotte (GER), George Schaschiaschwili (GEO), Samir Muratovic (BIH), Peter Hlinka (SVK)
SV Mattersburg (6): Goce Sedloski (MKD), Csaba Csizmadia (HUN), Akos Kovrig (HUN), Mattias Lindström (SWE), Carsten Jancker (GER), Nedeljko Malic (BIH)
LASK (6): Silvije Cavlina (CRO), Tomasz Wisio (POL), Davorin Kablar (CRO), Wendel (BRA), Mario Mijatovic (CRO), Ante Budimir (CRO)
SV Ried (4): Pai Saikou Kujabi (GAM), Pawel Strak (POL), Hamdi Salihi (ALB), Thomas Gebauer (GER)
SCR Altach (5): Fernando Carreno (URU/ITA), Stephan Kling (GER), Karsten Hutwelker (GER), Modou Jagne (GAM), Ze Elias (BRA)
Austria Kärnten (6): Carlos Chaile (ARG), Chiquinho (BRA), Sergej Jakirovic (BIH/CRO), Oliver Pusztai (HUN), Sandro da Silva (BRA), Thomas Riedl (GER)
SV Kapfenberg (5): Kamil Susko (SVK), Patrik Siegl (CZE), Radoslav Kunzo (SVK), Damon Wilson (USA), Milan Fukal (CZE)
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