EM-Trainingslager

Team-Oldie Vastic sieht wie ein Luchs

Fußball
09.05.2008 15:53
Weniger die Beine denn die Augen der österreichischen Nationalspieler waren zum Auftakt der vierwöchigen EURO-Vorbereitung in Lindabrunn am Freitag im Zentrum des Interesses. So wurden die ÖFB-Teamkicker mit den Ergebnissen der in der Vorwoche absolvierten Sehtests konfrontiert. Mit einem interessanten, wenngleich nicht ganz überraschenden Ergebnis: Der Älteste im Team verfügt über die besten Wahrnehmungswerte. Ivica Vastic wurde von Teamchef Josef Hickersberger denn auch mit dem Prädikat "Luchs" bedacht.

Dass Vastic mit beeindruckender Übersicht gesegnet ist, hat der Teamchef freilich schon zuvor gewusst. "Man braucht ihm nur zuzusehen", sagte Josef Hickersberger. Ganz allgemein zeigte sich Hickersberger mit den Ergebnissen zufrieden. "Es geht darum, den Spielern das Problem bewusst zu machen und Möglichkeiten der Optimierung zu geben." Konkret war den Betreuern daran gelegen, das periphere Sehen der Akteure zu erfassen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Etwa für den Fall, dass das rechte Auge eines Spielers eine bessere Reizerkennung aufweist als das andere.

Kontaktlinsen für fünf Spieler
"Im kanadischen Eishockey wird das schon seit dem Zweiten Weltkrieg gemacht, bei Manchester United arbeitete man seit zehn Jahren auf diesem Gebiet. Auch Roger Federer und Michael Schumacher sollen sich dieser Methoden bedient haben", erklärte Hickersberger, der aber auch betonte, dass Verbesserungen nur langfristig möglich seien. Immerhin werden "weniger als fünf" Spieler aber nun kurzfristig mit Kontaktlinsen ausgestattet. Dass sie dieser Umstand verunsichern könnte, glaubt der Teamchef nicht: "Sie sind da sehr einsichtig. Außerdem wissen sie dann, dass sie sich bei der EM besser auf ihre Augen verlassen können."

Während am Freitagvormittag eine intensive Übungseinheit auch mit dem Ball am Programm stand (Hickersberger: "Sie waren mit unglaublichem Einsatz bei der Sache"), wurden am Nachmittag eben wieder die Seh-Fähigkeiten auf die Probe gestellt. "Hicke" hatte ein sogenanntes "Isolationstraining" angeordnet, bei dem die Spieler nur auf einem Auge sahen und erst am Schluss wieder über ihre gesamte Sehkraft verfügen durften. Hickersberger: "Da werden sie merken, um wie viel größer dann das Sehfeld ist."

Am Samstag hat das Team erstmals die Gelegenheit, sich im Spiel zu beweisen. Die Elf trifft im Mattersburger Pappelstadion auf den Regionalligisten SV Spittal/Drau, den Gewinner der ÖFB-Aktion "Superklub". Für den Teamchef die erste Gelegenheit, sich unter "ernsten" Bedingungen ein Bild zu machen.

"Es werden alle Spieler zum Einsatz kommen", erklärte Hickersberger, der davon freilich Stürmer Mark Janko ausnahm. Der Salzburger laboriert noch an einer im Privattraining erlittenen Muskelverhärtung im linken Oberschenkel. "Der Schwerpunkt wird allerdings auf jenen Spielern liegen, die bei ihren Vereinen zuletzt weniger zum Einsatz gekommen sind."

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