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20.09.2017 - 12:19
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Österreicherin von Agent in Liebesfalle gelockt

08.09.2015, 16:34
Diese Agenten-Story könnte aus der Feder des James-Bond-Autors Ian Fleming stammen: Ein slowenischer Spion soll sich in der Hauptstadt Laibach über Monate die Zuneigung einer Mitarbeiterin der österreichischen Botschaft erschlichen haben, um an Informationen zu gelangen. Diese roch aber den Liebes-Braten und schlug Alarm. Ermittlungen laufen.

Er machte ihr schöne Augen, umgarnte sie und zog dabei alle Register der Flirt- und Liebeskünste – was die Mitarbeiterin der österreichischen Botschaft in Laibach anfangs noch nicht ahnte: Ihre vermeintliche neue Flamme war ein Möchtegern- James- Bond des slowenischen Geheimdienstes SOVA.

Dessen (mutmaßlicher) Auftrag: Er soll das Vertrauen der Sekretärin gewinnen und über sie zu geheimen Infos gelangen. Laut Insidern hätte das Interesse aber nur nachrangig außenpolitischen Angelegenheiten gegolten – Infos in Sachen Wirtschaft und Industrie seien auf der Wunschliste des Geheimdienstes ganz oben gestanden.

"Agent 00Love" war zu ungeduldig

Und so habe "Agent 00Love" seine Zielperson mehr als ein Jahr bearbeitet – bis er ungeduldig und offenbar zu neugierig wurde: Denn die Frau schöpfte aufgrund des Wissensdurstes des Spions Verdacht und schlug folglich Alarm.

Das Außenministerium in Wien hat zurückhaltend auf den versuchten Spionageangriff reagiert. Man kenne die Geschichte und sei mit den slowenischen Behörden in Kontakt, an Ort und Stelle werde ermittelt, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag. Die laufende Untersuchung wolle man nicht kommentieren.

Auch Sloweniens Regierungschef Miro Cerar sagte, dass man über Details nicht sprechen wolle. "Verschlussakt, sehr heikel", wie es hieß. Der Vorfall gefährde die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern aber nicht, so Cerar. Begründet wird dies unter anderem damit, dass Slowenien bei den Bemühungen um die Fortsetzung des Schiedsverfahrens im slowenisch- kroatischen Grenzstreit eine maßgebliche Unterstützung durch Österreich erhalte.

Zum Zeitpunkt der Spitzelaffäre war Alenka Bratusek Sloweniens Regierungschefin.
Foto: AP

Experten sprechen von "Sicherheitsfiasko"

Slowenische Sicherheitsexperten kommentierten die Angelegenheit als ein "Sicherheitsfiasko", das auf die schlechte Situation innerhalb des Geheimdienstes SOVA zurückzuführen sei. Zum Zeitpunkt des Spionageverdachts war Stane Stemberger der Chef des Geheimdienstes. Bestellt von der Regierung unter Ministerpräsidentin Alenka Bratusek, leitete er die SOVA von März 2013 bis November 2014.

08.09.2015, 16:34
Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung/red
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