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06.12.2016 - 04:58
Die Flammen schossen entlang der Hausfassade des Nobelhotels nach oben.
Foto: EPA

"Kleidung, Geld, Dokumente - alles verbrannt"

01.01.2016, 18:55

"Es war Schicksal", sagt Anna G. leise. Die 25- Jährige Oberösterreicherin ist schwer zu verstehen. Die Telefonverbindung nach Dubai ist schlecht - Angst, Ungewissheit und Wut der Studentin sind trotzdem spürbar. Sie entkam dem Flammeninferno im Luxushotel "The Address" nur knapp - gemeinsam mit sechs Österreichern. "Es ist alles verbrannt", erklärt die junge Frau.

Die Fakten der Silvester- Tragödie in der Metropole der Vereinigten Arabischen Emirate sind mittlerweile bekannt: Kurz vor dem Jahreswechsel brach im 20. Stock der 63- stöckigen Nobelherberge, die nur einen Steinwurf vom welthöchsten Wolkenkratzer Burj Khalifa (828 Meter) entfernt steht, ein Feuer aus, dass sich binnen Minuten zum Inferno entwickeln sollte.

Panik ausgebrochen

Anna G., die hübsche Studentin, saß im "kleinen Schwarzen" mit ihren drei Freunden auf der Hotelterrasse und feierte - bis sie einen Blick nach oben warf. Richtung zwölften Stock zu ihrem Zimmer im Nobelhotel - dorthin wollte sie gerade aufbrechen, um sich eine Weste zu holen. "Schicksal", wiederholt sie im "Krone"- Gespräch. Denn was sie sah, wird sie nie vergessen: Eine Stichflamme, die, wie sie sagt, an der "Plastikfassade in unter einer Minute bis in den 63. Stock" emporschoss.

Über beschwichtigende Meldungen der Stadtregierung kann Anna G. nur lachen. Man habe alles unter Kontrolle gehabt, wurde verlautbart. Aber: Es sei keine Panik ausgebrochen. Perfektes Krisenmanagement? "'Run, run, run!' haben Securitys gerufen. Mehr nicht. Keine Sirenen, keine Sprinkleranlagen, lange Zeit keine Feuerwehr. Wir sind in die Küche geflüchtet und durch einen Notausgang ins Freie. Man rennt um sein Leben - so schnell man kann", schildert G.

"Es ist alles verbrannt"

Die 25- jährige Frau aus Wels hat ihr Leben behalten, materiell aber alles verloren. "Ich bin mittellos, es ist alles verbrannt." Kleidung, Schmuck, Geld, Dokumente. Das Außenministerium hat umgehend ein Krisenteam für die sieben Österreicher formiert. "Unsere Botschaft hat sich sofort um die Österreicher gekümmert und Notpässe ausgestellt", erklärt Thomas Schnöll vom Ministerium. Wann die sieben Österreicher die Heimreise antreten können, ist noch ungewiss.

Fakt ist nur eines: Während Menschen in der Silvesternacht in Dubai um ihr Leben rannten und Feuerwehrleute gegen Flammen und Rauchschwaden kämpften, wurde daneben gefeiert. Dubai ließ sich das Feuerwerksspektakel am Burj Khalifa nicht vermiesen. Anna G.: "Das ist pervers."

Video: Der Großbrand im "The Address"

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01.01.2016, 18:55
Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung
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