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07.12.2016 - 17:16
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER, thinkstockphotos.de

AKH: Frau (93) mit Knochenbruch Bewegung verordnet

02.11.2016, 08:16

Einen doppelten Schambeinbruch und einen Längssprung im Oberschenkelknochen hat man im Wiener AKH als schwere Hüftprellung behandelt. Der 93- jährigen Patientin wurde sogar Bewegung verordnet. Was für die einen skandalös ist, ist für das Spital "lege artis" - sprich eine Behandlung nach den Regeln der Kunst.

Bis zu ihrem Sturz vor knapp zwei Wochen war Friederike M. trotz ihres Alters rüstig und selbstständig, wie uns ihre Schwester versichert. Die 93- Jährige wurde mit der Rettung ins Wiener Allgemeine Krankenhaus gebracht. Dort stellte man nach einem Röntgen (!) eine Hüftprellung fest und wollte die Frau nach Hause schicken.

"Ihr wurde sogar Bewegung empfohlen"

"Da meine Schwester allein lebt und sie unerträgliche Schmerzen hatte, erklärte man sich dann aber bereit, sie stationär aufzunehmen. Sie hat auch eine private Zusatzversicherung", schilderte Lieselotte G. der "Krone"- Ombudsfrau. "Trotz der starken Schmerzen musste meine Schwester allein aufs WC gehen, sich waschen, und es wurde ihr sogar Bewegung empfohlen."

Sechs Tage später, nach einem weiteren Röntgen, hat man die 93- Jährige gegen ihren Willen entlassen. "Es war offensichtlich, dass meine Schwester mit diesen Schmerzen nicht allein bleiben kann. Wir haben daher mit einer Privatklinik Kontakt aufgenommen." Dort hat man nach einer Computertomografie den doppelten Schambeinbruch und den Längssprung im Oberschenkel festgestellt und der Patientin absolute Bettruhe verordnet.

Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild)

AKH: "Kein sicherer Hinweis auf Fraktur"

"Wie sehr die erste falsche Diagnose zur Verschlechterung des ursprünglichen Zustandes beigetragen hat, kann ich nicht ermessen. Den Umgang mit alten Menschen finde ich aber bedenklich und skandalös", beschwerte sich Frau G. zu Recht.

Die Antwort des AKH macht sprachlos: Die Behandlung sei entsprechend dem Stand der Wissenschaft und den Qualitätsstandards erfolgt. Ein sicherer Hinweis auf eine Fraktur habe sich nicht ergeben - für eine Universitätsklinik ein Skandal nach allen Regeln der Kunst.

02.11.2016, 08:16
Redaktion Ombudsfrau, Kronen Zeitung
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