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17.08.2017 - 21:26
Foto: Uta Roj¿ek-Wiedergut

"Brutalität von Pisten verbannen"

05.01.2009, 16:57
Seit Jahren wird eine Helmpflicht auf Oberösterreichs Skipisten gefordert - bisher erfolglos. Nach dem Skidrama mit dem deutschen Politiker und dem Tod einer vierfachen Mutter brandet die Diskussion erneut heftig auf: Landes-Chef Josef Pühringer will generell die herrschende Brutalität von den Pisten verbannen.

"Helmpflicht auf den Pisten gefordert!", so lautete eine Schlagzeile in der "OÖ- Krone" bereits am 14. Jänner des Vorjahres. Der Grund: Auf dem Kasberg in Grünau war die 58- jährige Anna St. aus Wolfsegg auf der vereisten Madlries- Abfahrt gestürzt und hatte sich tödliche Kopfverletzungen zugezogen. Nur eine Stunde später stürzte an der gleichen Stelle ein zwölfjähriger Schüler aus Polen - er hatte den Unfall dank seines Helmes überlebt. Auch beim Rodelunfall zweier Buben (11 und 12 Jahre) der HS Vorchdorf in Schladming war, wie berichtet, der Kopfschutz lebensrettend.

Jährlich 35 Todesopfer

In Österreich verunglücken laut Statistik jährlich 20.000 Skifahrer. Jährlich gibt es 35 Todesopfer. Die meisten Unfallchirurgen sind für eine Helmpflicht. Nach dem Skidrama mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus gibts erneut hitzige Diskussionen um eine Pro und Contra einer Helmpflicht.

"Sicherheitsthema umfassend betrachten"

Dazu Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer: "Nur jetzt über eine Helmpflicht zu reden ist verkürzt und zu wenig. Man muss dieses Sicherheitsthema umfassender betrachten." So tritt der ÖVP- Chef für eine Kennzeichnung und Entschärfung von Gefahrenstellen auf den Pisten ein - durch Warntafeln oder auch für den Bau kreuzungsfreier Abfahrten. Vom Gesundheitsministerium gibt es bisher aber lediglich die Empfehlung, einen Sturzhelm zu tragen.

Interview mit Unternehmer Karl Beinhakl

Beim Skifahren setzt der ehemalige Unternehmer Karl Beinhakl (60) aus Wolfern auf Sicherheit. Er trägt einen Sturzhelm wie seine Freunde.

Seit wann tragen Sie schon einen Helm, wenn Sie auf die Piste gehen?
Beinhakl: "Schon seit fünf Jahren. Es ging los, als ich mit meinen kleinen Enkerln auf die Piste ging, denn die Kinder hatten selbstverständlich einen auf. Da musste natürlich auch ich als ihr Opa mit gutem Beispiel vorangehen und auch einen tragen."

Wird das Tragen eines Kopfschutzes schon üblich?
Beinhakl:" Ich bin überzeugt, auf jeden Fall. Heute fahren sicher meiner Meinung nach schon 80 Prozent mit einem Helm. Es ist so, wie es anfänglich bei der Helmpflicht für Biker üblich war: Da gab es zuerst auch viele Diskussionen über das Wenn und Aber. Jetzt ist ein Kopfschutz bei Zweirädern ganz normal und üblich."

Wie schaut eigentlich ihre ganz persönliche Erfahrung beim Kopfschutz aus?
Beinhakl: "Ich muss ihnen sagen: Wer schon einmal einen modernen Skihelm aufhatte, der trägt ihn immer und bleibt dabei. Mit ihm fühlt man sich gut und sicher. Da gibt es überhaupt keine Probleme.

Wie schaut es eigentliche in Ihrem Bekanntenkreis aus. Legen die auch wert auf Sicherheit beim Pistenspaß und machen sie auch mit?
Beinhakl: "Wir sind so an die zwanzig Leute, die sich immer auf der Höss zum Skifahren treffen. Wir kommen da zusammen. Jetzt hat sich auch der letzte von uns, der bisher noch keinen Sturzhelm beim Skifahren, gestern auch einen gekauft. Jetzt haben alle von uns einen solchen auf. Man kann also jetzt sagen: Unsere Partie ist was die Helme bei Skifahren betrifft völlig komplett."

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