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20.09.2017 - 06:30
Foto: Klaus Kreuzer

Bahnfahrer empört über Kürzungen bei Strecke Linz- Graz

14.11.2010, 01:00
Armutszeugnis, Schande, Schwachsinn: Das sind die Worte, mit denen die verärgerten Zuggäste die Streichung der direkten Bahnverbindung von Linz nach Graz kommentiert haben. Die "OÖ-Krone" machte eine Probefahrt bis ins Selzthal mit und diskutierte mit den Pendlern über die Auswirkungen der Kürzung auf ihren Alltag.

"In Paris bist du von Linz aus schneller als in Graz", übertreibt die aufgebrachte Zugfahrerin Anna Tatzberger etwas, um auf den Ernst ihrer Lage aufmerksam zu machen. Sie erzählt: "Ich fahre von Amstetten oft zu meiner Tochter und meinem Enkel nach Graz. Die Verbindung ist die Schlechteste in ganz Österreich, es ist eine Schande, sie jetzt auch noch zu streichen."

Trotzdem fuhr sie auch an diesem Freitag fürs Wochenende nach Graz. Der Zug ist nicht voll, aber gut besetzt. In fast jedem Abteil sitzen mehrere Leute. Die Fahrt dauert knappe drei Stunden. In Zukunft wird sie eine halbe Stunde länger dauern. Viele fahren von Schule, Uni oder Arbeitsplatz für zwei Tage nach Hause. Oder zu dem Liebsten: "Ich fahre wie so oft zu meinem Verlobten nach Graz. In Zukunft muss er wohl eine halbe Stunde länger auf mich warten", nimmt Sylvia Huber (27) aus Steyr die Kürzung gelassen.

Wenig Verständnis

Klare Worte finden Schüler und Studenten: "An der Verbindung hängen viele Leute, es ist Schwachsinn, sie zu streichen", so Bernhard Auberger aus Kleinzell. Ein Abteil weiter ärgert sich der Student Frank Schiefersteiner (22) aus Linz: "Für diese Strecke nehmen sie die schlechtesten Garnituren, wenn sie für die Westbahn nicht mehr gut genug sind."

Doch einige Fahrgäste sehen den Wegfall der Direktverbindung der zweit- mit der drittgrößten Stadt Österreichs realistisch: "Die ÖBB müssen eben sparen. Die Leute hätten die Strecke mehr in Anspruch nehmen müssen, dann wäre sie vielleicht nicht eingespart worden", sagt Karl Eberscheg (69) aus Graz. Selber fährt er aber auch selten: "Mit dem Auto ist man ja um eine Stunde schneller."

von Jasmin Gaderer, "OÖ Krone"

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