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03.12.2016 - 09:32
Foto: thinkstockphotos.de

Wien: 1363 Menschen suchten Schutz im Frauenhaus

01.12.2016, 13:11

Häusliche Gewalt ist für viele noch immer ein Tabuthema - und gerade die Betroffenen wagen es lange nicht, offen über ihr Martyrium zu sprechen und Hilfe zu suchen. Mit einer neuen Kampagne wollen die Wiener Frauenhäuser nun wieder verstärkt auf sich aufmerksam machen, Leidtragende über ihr Angebot informieren und präsentierten im Rahmen einer Pressekonferenz auch nackte Zahlen: So suchten in der Bundeshauptstadt im Jahr 2015 1363 Frauen und Kinder in den Hilfseinrichtungen Schutz.

Die Kampagne mit dem Slogan "Damit aus den Scherben der Vergangenheit eine Zukunft ohne Gewalt wird" rückt die Frauen statt der Gewalt in den Mittelpunkt. "Frauen, die sich an die Frauenhäuser wenden, sind zwar Opfer von Gewalt, aber sie sind auch mutige, starke Frauen, denn viele von ihnen sind mit Fug und Recht als 'Survivors' - Überlebende - zu bezeichnen", sagte Andrea Brem, Geschäftsführerin des Vereins Wiener Frauenhäuser, am Donnerstag.

"Was wir immer wieder feststellen, ist, dass sich betroffene Frauen vermehrt melden, wenn über das Thema in der Öffentlichkeit kommuniziert wird", so Brem. Laut einer Eurobarometer- Umfrage der Europäischen Kommission kennt in Österreich ein Viertel der Befragten selbst Opfer von häuslicher Gewalt, 88 Prozent kennen das Beratungsangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind.

"Integration, Gleichstellung und Emanzipation"

Mehr als die Hälfte der Klienten der Wiener Frauenhäuser sind Kinder und Jugendliche - im Jahr 2015 waren es rund 700. "Frauen mit vielen Kindern haben es, wenn sie vor häuslicher Gewalt flüchten müssen, besonders schwer, anderswo unterzukommen. Diese Frauen sind ebenso besonders verletzliche Gruppen wie ältere Frauen oder auch Frauen mit Migrationshintergrund", sagte Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ): "Hier leisten die Wiener Frauenhäuser nicht nur wertvolle Anti- Gewalt- Arbeit, sondern arbeiten auch ganz zentral im Sinne von Integration, Gleichstellung und Emanzipation."

223 Frauen und Kinder im Vorjahr in Übergangswohnungen

Ein wichtiges Angebot für die betroffenen Frauen sind laut Frauenberger auch die Übergangswohnungen, die für 54 Frauen und Kinder nach dem Frauenhaus zu Verfügung stehen, bis eine dauerhafte Wohnmöglichkeit gefunden wird. 2015 haben dieses Angebot 106 Frauen mit 117 Kindern in Anspruch genommen. Etwa die Hälfte der Frauen schaffe es, innerhalb eines Jahres eine andere dauerhafte Wohnmöglichkeit zu finden.

Die Vorsitzende des Vereins Wiener Frauenhäuser, SPÖ- Gemeinderätin Martina Ludwig- Faymann, machte außerdem auf die ambulante Beratungsstelle der Frauenhäuser aufmerksam, in der es im vergangenen Jahr insgesamt 14.155 Kontakte und durchschnittlich 28 persönliche Beratungen pro Woche gegeben habe.

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AG/red
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