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25.06.2017 - 04:04
Molekularbiologische Untersuchung im AGES-Institut in Mödling
Foto: APA/Helmut Fohringer

Vogelgrippe unter Wildvögeln wird zu Pandemie

07.12.2016, 15:16

Die zurzeit kursierende Vogelgrippe hat sich nach Einschätzung von Experten inzwischen zur Pandemie unter Wildvögeln ausgeweitet. Seit dem ersten Nachweis im russisch- mongolischen Grenzgebiet im Sommer habe sich der hochgefährliche A(H5N8)- Erreger zunehmend ausgebreitet, hieß es vom deutschen Friedrich- Loeffler- Institut (FLI) auf der Insel Riems. Mit Europa, Asien und Afrika seien nun schon drei Kontinente betroffen.

"Die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist beachtlich", sagte FLI- Präsident Thomas Mettenleiter. "Wir sehen im Moment keine Tendenzen zu einer Abschwächung, weder was die Zahl der gefundenen Vögel noch was die geografische Ausbreitung angeht." In Österreich wurde die gefährliche Variante der Vogelgrippe am 9. November bei toten Wildvögeln im Bodensee- Gebiet entdeckt. In Deutschland war der Erreger erstmals vor einem Monat, am 8. November, bei einer toten Wildente am Bodensee und verendeten Wasservögeln in Schleswig- Holstein nachgewiesen worden.

In Österreich ist das Virus am 11. November weiters in einem Putenzuchtbetrieb in Vorarlberg festgestellt worden. Nach dem bestätigten Vogelgrippe- Fall wurden insgesamt 1100 Tiere gekeult und anschließend seuchensicher entsorgt. Am Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Mödling wurden bisher 630 Proben von Wildvögeln und Hausgeflügel auf das AI- Virus (Aviäre Influenza) H5N8 untersucht: Bei 20 Wildvögeln aus dem Bodenseegebiet und bei einer Tafelente vom Salzburger Grabensee wurde das Virus nachgewiesen.

Erreger in Europa, Afrika und Asien nachgewiesen

Den Grund für die aktuell vermehrte Eintragung des A(H5N8)- Erregers in Geflügelhaltungen sieht das FLI im offenbar höheren Infektionsdruck aus der Wildvogelpopulation. So sei der Anteil infizierter Tiere unter den Totfunden deutlich höher als 2006/2007. In Europa ist der Erreger demnach inzwischen in zwölf Staaten nachgewiesen worden. Darüber hinaus meldeten Indien, Iran, Israel, Tunesien und Ägypten A(H5N8)- Fälle.

Foto: APA/dpa/Patrick Pleul

Ein Abklingen der Vogelgrippe- Welle ist nach Einschätzung der FLI- Fachleute noch nicht zu erkennen. Im Gegenteil: Der für Geflügel hochgefährliche Erreger, der bisher konzentriert bei Wildvögeln an den Küsten und am Bodensee gefunden wurde, werde inzwischen zunehmend bei Wasservögel- Kadavern an Binnengewässern nachgewiesen.

Ursachen für die Vogelgrippe- Wellen noch unklar

Es sei noch weitgehend unklar, welche Ursachen zu Vogelgrippe- Wellen führten, sagte Mettenleiter. Auch ein Vergleich zur H5N1- Pandemie von 2006/2007 führe nicht weiter. Damals wurde der Erreger im Februar bei tiefen Frosttemperaturen nachgewiesen. Im Jahr 2007 tauchte H5N1 im Sommer wieder auf.

H5N8 wurde 2014 und 2016 im November in Deutschland bei milden Herbsttemperaturen nachgewiesen. Obwohl die Vogelgrippe seit Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder auftrat, ist eine der aktuellen Situation ähnliche Pandemie im Wildvogelbereich nach Angaben des FLI bisher nur 2006/2007 beobachtet worden.

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