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Foto: EPA/MOHAMED MESSARA, EPA / Video: AFP

Russisches Flugzeug über Schwarzem Meer abgestürzt

25.12.2016, 12:27

Ein russisches Flugzeug mit dem berühmten Armeechor Alexandrow an Bord ist auf dem Weg nach Syrien über dem Schwarzen Meer abgestürzt. Erste Trümmerteile wurden am Sonntagmorgen im Meer vor Sotschi in Südrussland gefunden. Es gibt keine Überlebenden. Alle 92 Menschen an Bord hätten "praktisch keine Chance gehabt", sagten Behördenquellen der russischen Agentur Interfax. Erste Leichen wurden bereits geborgen. Die Absturzursache ist noch nicht bekannt, ein Anschlag wurde aber ausgeschlossen.

Foto: EPA/MOHAMED MESSARA, EPA

Die Tupolew kam dem Verteidigungsministerium zufolge aus Moskau und war in Sotschi zwischengelandet, um aufzutanken. Die Maschine war dann um 5.40 Uhr Ortszeit (3.40 Uhr MEZ) in Adler, dem Flughafen von Sotschi, wieder gestartet.

64 Mitglieder des Armeechores an Bord

An Bord des Flugzeugs Tupolew Tu- 154 waren acht Mitglieder der Besatzung, neun Journalisten, 64 Mitglieder des russischen Armeechors Alexandrow, sieben Soldaten, zwei ranghohe Beamte und die Leiterin einer russischen Hilfsorganisation.

Video: Die Suche nach Wrackteilen im Schwarzen Meer läuft, erste Leichen wurden geborgen:

Video: Ruptly.TV

Chor wollte mit Soldaten in Syrien Neujahrsfest feiern

Der Chor habe nach Syrien fliegen sollen, um auf der russischen Luftwaffenbasis bei Latakia ein Neujahrskonzert zu geben. Der Kontakt zu dem Flugzeug sei etwa zehn Kilometer nach dem Start über dem Meer abgerissen. Interfax berichtete unter Berufung auf eine anonyme Quelle, dass das Flugzeug kein Notsignal gesendet habe. Das Wetter sei günstig gewesen.

Absturzursache noch ungeklärt - Anschlag aber ausgeschlossen

Bei einem Flugmanöver im Steigflug könnte es ein "kritisches technisches Problem" gegeben haben, sagte ein nicht genannter Behördenvertreter Interfax. Auch ein Fehler der Militärpiloten werde nicht ausgeschlossen, obwohl sie erfahren waren. Auch die russische Nachrichtenagentur RIA gab unter Berufung auf Sicherheitskreise bekannt, vorläufige Daten ließen auf einen technischen Defekt oder einen Pilotenfehler schließen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, es sei noch zu früh zu sagen, was die Ursache des Absturzes gewesen sei. Russische Agenturen berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise allerdings übereinstimmend, ein Anschlag könne ausgeschlossen werden.

Foto: ASSOCIATED PRESS
Rettungsmannschaften haben bereits die ersten Leichen bergen können.
Foto: ASSOCIATED PRESS
Rettungsmannschaften haben bereits die ersten Leichen bergen können.
Foto: ASSOCIATED PRESS

Die Wrackteile wurden in einer Tiefe von 50 bis 70 Metern rund 1,5 Kilometer vor der russischen Küste gefunden worden, berichteten russische Nachrichtenagenturen. Die Suchaktion dauere noch an, sagte General Igor Konaschenkow. Es seien vier Schiffe, fünf Hubschrauber und eine Drohne daran beteiligt. Eine Abordnung des Militärs zur Aufklärung des Unglücks sei auf dem Weg in den Süden Russlands.

Foto: APA

Putin ordnet eintägige Staatstrauner an

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach dem Absturz eine eintägige Staatstrauer für Montag angeordnet. Im Staatsfernsehen sagte Putin am Sonntag zudem, es werde eine "sorgfältige Untersuchung" zu den Unglücksursachen geben. Es werde "alles getan" werden, um den Angehörigen der Verstorbenen zu helfen. Zuvor hatte Putin die Regierung beauftragt, eine Ermittlungskommission zu bilden. Regierungschef Dmitri Medwedew vertraute die Leitung dieser Kommission Verkehrsminister Maxim Sokolow an. Dieser sollte sich noch am Sonntag zum Unglücksort begeben.

Kremlchef Wladimir Putin hat ein Zweckbündnis mit Erdogan geschlossen.
Foto: AP

Russland kämpft seit Herbst 2015 im Syrien- Krieg aufseiten des Präsidenten Baschar al- Assad. Zur Versorgung der Basis Hamaimim betreibt das Verteidigungsministerium einen regen Luftverkehr. Dabei werden auch alternde Zivilflugzeuge wie die Tupolew eingesetzt. Anfang Mai hatte das russische Militär den Stardirigenten Waleri Gergijew und sein Orchester zu einem Konzert in die syrische Wüstenstadt Palmyra geflogen.

Größtes Militär- Künstlerensemble Russlands

Das Alexandrow- Ensemble ist ein mehrfach ausgezeichneter Soldatenchor, der bereits 1928 gegründet wurde. Gründer war Alexander Alexandrow, der 1943 die Nationalhymne der Sowjetunion komponierte. Alexandrow starb 1946 in Berlin bei einer Auslandstournee mit seinem Chor.

Foto: EPA

Das ursprünglich aus einem Dutzend Soldaten bestehende Ensemble ist mit den Jahren größer geworden. Zu dem Chor gesellten sich ein Orchester und eine Tanzgruppe. Es ist inzwischen das größte Militär- Künstlerensemble Russlands. Zum Repertoire gehören überwiegend Kirchenlieder sowie traditionelle russische Volkslieder und -tänze. Es handelt sich um Lieder russischer Komponisten, klassische Werke russischer und ausländischer Komponisten, aber auch um weltbekannte Meisterwerke der Popmusik.

Tupolew Tu- 154: Einst das "Arbeitspferd" der russischen Luftfahrt

Tupolew- Passagierflugzeuge waren lange Zeit das Rückgrat der sowjetischen Luftfahrt und auch in vielen anderen Ländern im Einsatz. Das dreistrahlige Mittelstreckenflugzeug Tupolew- 154 war das größte dieser Serie. Es absolvierte seinen Jungfernflug 1968 und ging 1972 bei der staatlichen sowjetischen Fluggesellschaft Aeroflot in den Dienst.

Russische Tupolew (Symbolbild)
Foto: dpa

Die Flugzeuge ähneln in Design und Bauweise stark der Boeing 727. Insgesamt wurden mehr als 950 Tu- 154 ausgeliefert. Heute fliegen Maschinen diesen Typs in Russland nicht mehr im regulären Passagierbetrieb, sie werden nur noch von staatlichen Organisationen und der Armee eingesetzt. Nach mehreren Unfällen mit den veralteten Jets ordneten die russischen Behörden 2011 die allmähliche Ausmusterung aller Tu- 154 im Passagierverkehr an. Im Jahr zuvor, am 10. April 2010, war die polnische Präsidentenmaschine beim Landeanflug auf die russische Stadt Smolensk in dichtem Nebel abgestürzt. Unter den 96 Todesopfern an Bord der Tu- 154 war auch Polens Präsident Lech Kaczynski.

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