Russische Medien: "Rebassos Killer waren Polizisten"

18.08.2012, 16:36
Russische Medien: "Rebassos Killer waren Polizisten" (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer; APA/Polizei)
Foto: APA/Herbert Pfarrhofer; APA/Polizei
Der Mord an dem Wiener Anwalt Erich Rebasso wirft nach wie vor viele Fragen auf: Handelten die Verdächtigen aus eigenem Antrieb, oder war es ein Auftrag? Wenn ja, wer sind die Hintermänner? War der Mord geplant, oder lief das eigentliche Vorhaben der Täter aus dem Ruder? Nun schockt auch noch ein weiteres Detail: Die beiden mutmaßlichen Täter waren laut Medien russische Polizisten.

Pawel W. (35 Jahre), Ex- Kriminalbeamter: suspendiert und verurteilt wegen Betruges und Urkundenfälschung. Er wollte damals die Wohnung eines verstorbenen Pensionisten illegal veräußern. Aleksander M. (31 Jahre), Ex- Polizist in der Verkehrsabteilung: suspendiert und verurteilt wegen des Handels mit Heroin.

Video der Festnahme veröffentlicht

Ihre Gemeinsamkeiten: Beide stammen aus der rund 900 Kilometer östlich von Russlands Hauptstadt Moskau gelegenen Stadt Kirow. Beide saßen im Gefängnis, wo sie einander auch kennenlernten. Und beide wurden, wie berichtet, am 14. August nach der Flucht aus Österreich auf einer Autobahn festgenommen und sitzen nun in U- Haft. Sie sollen für den Tod von Rebasso verantwortlich sein. Ein Video der Festnahme findest du hier .

Mord war "ein Unfall"

Nach russischen Medienangaben hätten die Hauptverdächtigen auch bereits kurz nach dem Zugriff gestanden. Demnach seien sie - laut eigenen Aussagen - beauftragt worden, den Anwalt einzuschüchtern und ihn zur Zahlung von 60.000 Euro zu "bewegen". Die Ex- Polizisten waren einst nach ihren Enthaftungen - wegen guter Führung - in der Szene als Auftragstäter und Geldeintreiber bekannt. Doch wer die Auftraggeber im Falle Rebasso gewesen sein sollen, verrieten sie den russischen Ermittlern bislang nicht.

Zudem sei der Mord "ein Unfall" gewesen, ein Schlag auf den Kopf "ein Versehen". Dass die Leiche wenig später gefunden und Erwürgen bzw. Erdrosseln als Todesursache feststehen würde, wussten sie da noch nicht. Auf die Idee mit dem Lösegeld seien sie nur verfallen, weil die Leiche lange Zeit unentdeckt blieb.

Viele Fragen weiterhin offen

Wann und wo Rebasso tatsächlich starb und warum er nur unweit seines Wohnortes verscharrt wurde, bleibt ebenfalls rätselhaft. Ermittler glauben, dass die Verdächtigen mit dem Anwalt zu dessen Haus fahren wollten, weil sie davon ausgingen, er hätte hier Geld gebunkert.

Die heimische Polizei ist indes so gut wie nicht mehr in die Erhebungen in Russland eingebunden. "Wir haben keine Ermittler mehr in Moskau. Offiziell wurde uns auch noch nicht mitgeteilt, dass die Verdächtigen gestanden haben", so Polizeisprecher Roman Hahslinger.

Klaus Loibnegger und Christoph Matzl, Kronen Zeitung/red
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