Seit 2007 tobt der Drogenkrieg in Mexiko zwischen Drogenkartellen und Polizei sowie Armee, am schlimmsten betroffen ist die an die USA grenzende Ciudad Juarez im Bundesstaat Chihuahua. Allein bis 2010 wurden dort mehr als 7.300 Menschen ermordet, außerdem haben - unabängig vom Drogenkrieg - zwischen vier- und sechshundert Frauen und Mädchen einen brutalen Tod in der Stadt gefunden. Die meisten der Frauenmorde sind ungeklärt, immer noch werden Massengräber gefunden.
Dass nun ein Videospiel von diesem blutigen Szenario profitieren möchte, verärgert die Behörden Chihuahuas. Sie wollen "Call of Juarez: The Cartel" verbieten lassen, die ersten Schritte auf dem Weg dorthin sind bereits eingeleitet.
Blut und Tod für viele Kinder schon jetzt normal
Es gehe nicht darum, die tägliche Gewalt in Ciudad Juarez zu verheimlichen, so Ricardo Boone Salmon, ein Kongressabgeordneter des Bundesstaates, gegenüber MSNBC. Man sorge sich jedoch darum, welchen Einfluss das Spiel auf Kinder haben könne - das vermittelte Image und das Fehlen jeglicher Werte sei bedenklich. Auch Kongressvorsitzender Enrique Serrano sieht das Spiel als gefährlich an - schon jetzt seien viele Kinder der Ansicht, "dass so viel Blut und Tod normal ist". Sie seien leicht zu beeinflussen und könnten in noch größerer Zahl zu leichter Beute für die Drogenkartelle auf Nachwuchssuche werden.
Werbung für "blutigen Road Trip" stößt sauer auf
Erste Screenshots des Games zeigen mit Gewehren und Pistolen ausgerüstete Gangster, die auf offener Straße stehen - ein Szenario, das im echten Ciudad Juarez bereits Tausende Menschen das Leben gekostet hat. Schon die Werbetexte dürften den Gesetzgebern sauer aufstoßen, schließlich wird das Spiel mit Phrasen wie "Nimm das Recht selbst in die Hand" und "Der First-Person-Shooter bringt die Gesetzlosigkeit des alten Westens in die Gegenwart" beworben. Den Spieler erwarte "ein blutiger Road Trip von Los Angeles nach Juarez, Mexiko", heißt es.
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