Fr, 24. November 2017

Rekord

18.04.2008 14:52

Kleinster Transistor ist so dick wie ein Atom

Forscher der University of Manchester haben den kleinsten Transistor der Welt hergestellt. Er ist nur ein Atom dick und zehn Atome breit und aus dem Kohlenstoff-Material Graphen gefertigt. Graphen hat einen entscheidenden Vorteil für die weitere Verkleinerung von elektronischen Schaltkreisen. „Bei Graphen wird die Leistung besser, wenn die Transistoren kleiner werden“, erklärt der beteiligte Wissenschaftler Andre Geim. Das gelte insbesondere für Größen unter zehn Nanometern, wo andere Materialien wie Silizium versagen. Das Hindernis auf dem Weg zum praktischen Einsatz in Hochleistungs-Computerprozessoren sind nur mehr entsprechende Fertigungstechniken.

„Bisher haben Forscher versucht, große Moleküle als einzelne Transistoren in neuartigen Schaltkreisen zu verwenden“, meint Kostya Novosolev (im Bild mit dem Chip, auf dem die Graphen-Transistoren untergebracht sind) vom Wissenschaftler-Team aus Manchester. Anders verhält sich das bei Graphen, einem Material aus Kohlenstoffringen, das nur ein Atom dick ist.

Das Team um Novosolev und Geim hat gezeigt, dass Graphen sich dafür eignet, insbesondere Transistoren von zehn Nanometern - rund hundert Atomen - Größe und weniger zu bauen. Desto kleiner der Transistor, desto besser ist dabei die Leistung, so ihr Forschungsergebnis.

Damit verhält sich Graphen ganz anders als insbesondere Silizium. Dieses werde bei Größen von weniger als zehn Nanometern instabil, so die Wissenschaftler. Das Mooresche Gesetz, nach dem sich die Anzahl der Transistoren pro Flächeneinheit in der Produktion etwa alle achtzehn Monate verdoppelt, sei mit Silizium nicht mehr lange aufrecht zu erhalten.

Intel und AMD fertigen bereits jetzt mit Strukturgrößen von 45 Nanometern. Mit Graphen aber könne das Mooresche Gesetz unterhalb von zehn Nanometern fortgesetzt werden, so die Forscher - und zwar in Computern, die für die Transistoren das gleiche Material nutzen wie für die gesamte Architektur.

Design- und Fertigungsprozess muss erst erarbeitet werden
Um Graphen-Supercomputer zu versprechen, sei es allerdings noch zu früh, so Geim. „Um das Mooresche Gesetz fortzusetzen, bedarf es zweier Komponenten“, erklärt er. Neben dem Material wären auch geeignete Design- und Fertigungsprozesse nötig. Zwar sei mit Graphen das Material vorhanden, doch bei der Fertigung des eigenen Prototyps hätte das Team letztendlich auf den Zufall vertraut. Technologien für eine Verarbeitung mit wirklich nanometergenauer Präzision würden noch nicht existieren. Mit diesem Problem hätten aber alle Ansätze für einen Silizium-Nachfolger zu kämpfen. (pte)

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden