Mi, 13. Dezember 2017

Deutlicher Rückgang

01.12.2017 08:54

Arbeitslosigkeit sank im November um 5,7 Prozent

Die Arbeitslosigkeit in Österreich geht weiter zurück. Per Ende November sank die Zahl der arbeitslosen Personen inklusive Schulungsteilnehmer im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,7 Prozent. Insgesamt waren mit Ende November 404.699 Personen beim AMS vorgemerkt. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition sank um 0,8 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent. Damit habe sich der Rückgang weiter beschleunigt, teilte das Sozialministerium am Freitag mit.

Besonders stark fiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Warenproduktion und am Bau aus. Deutlich gestiegen ist die Zahl der dem AMS gemeldeten offenen Stellen, und zwar um mehr als ein Drittel auf 54.745 freie Jobs.

Der scheidende Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) sieht darin einen Beweis für die Wirksamkeit seiner Arbeitsmarktpolitik. Mit der von der SPÖ initiierten "Aktion 20.000" sei auch die Trendwende bei der Langzeitarbeitslosigkeit erreicht. "Diese Politik muss ungemindert fortgesetzt werden, nur dann können wirklich alle Menschen in Österreich von der guten Wirtschaftslage profitieren", so Stöger.

Mehr Jobs für Langzeitarbeitslose
Die "Aktion 20.000", mit der 20.000 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose über 50 Jahren neu geschaffen werden sollen, ist in den letzten Wochen unter Beschuss der Koalitionsverhandler gekommen und könnte zurückgenommen werden. Die Aktion läuft derzeit als Pilotprojekt und soll ab 1. Jänner 2018 bundesweit ausgerollt werden. Sie kostet 780 Millionen Euro, wobei laut Sozialministerium davon 580 Millionen Euro das ohnehin fällige Arbeitslosengeld darstellen, die Mehrkosten also bei 200 Millionen Euro liegen.

In den neuen Arbeitsmarktzahlen per Ende November ist auch erstmals ein Rückgang bei der Langzeitarbeitslosigkeit zu verzeichnen. Konkret ging die Zahl jener Arbeitslosen, die länger als zwölf Monate vorgemerkt waren, um 2,8 Prozent auf 56.132 zurück. Auch bei den Älteren über 50 Jahren gibt es einen Rückgang um 2,0 Prozent auf 100.985 Arbeitslose.

Besonders starker Rückgang bei Jugendlichen
Rückgängig war die Arbeitslosigkeit im November bei Männern (-9,2 Prozent) stärker als bei Frauen (-6,8 Prozent), bei Inländern (-8,8 Prozent) deutlicher als bei Ausländern (-6,3 Prozent). Besonders stark fiel der Rückgang bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) mit einem Minus von 17,1 Prozent aus. Bei behinderten Personen blieb die Arbeitslosigkeit mit -0,1 Prozent praktisch gleich. Endlich sei auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderung aufgehalten, freute sich Stöger.

Die Beschäftigung hat sich dynamisch entwickelt - laut Sozialministerium "beflügelt von dem im Juli in Kraft getretenen Beschäftigungsbonus". Mit Ende November 2017 sind in Österreich 3.682.000 Personen unselbstständig beschäftigt. Damit stehen heuer um 78.000 Personen mehr in Arbeit als im Vorjahr, das entspreche dem zweitbesten Anstieg im derzeitigen Aufschwung. Bei den unselbstständig aktiv Beschäftigten (inklusive freier Dienstverträge, ohne Kinderbetreuungsgeld-/KarenzgeldbezieherInnen und Präsenz-/Zivildienstleistende) zeige sich sogar der stärkste Beschäftigungsanstieg dieses Konjunkturzyklus mit 81.000 Personen mehr in Arbeit.

Wieder mehr offene Lehrstellen
Nach Branchen gegliedert wurde der stärkste prozentuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Warenproduktion (-13,9 Prozent) und am Bau (-12,6 Prozent) verzeichnet. Stark gefallen ist die Arbeitslosigkeit auch im Handel (-9,7 Prozent) und im Tourismus (-8,5 Prozent). Gut schaut es auch für die Lehrlinge aus: Den 5611 Lehrstellensuchenden stehen 4719 offene Lehrstellen gegenüber, die Lehrstellenlücke sank gleich um 1387 auf nun 892 fehlende Lehrstellen.

Die Zahl der Schulungsteilnehmer ist um 5,9 Prozent auf 77.823 Personen gestiegen. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen ging um 8,1 Prozent auf 326.876 zurück. Regional betrachtet sank die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen in allen Bundesländern, besonders stark ging sie in der Steiermark (-15,1 Prozent) und in Oberösterreich (-10,4 Prozent) zurück.

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