Sa, 25. November 2017

„Drang gespürt“

09.11.2017 16:14

Falscher Trainer belästigte drei Buben: Urteil

Ein 36-Jähriger ist am Donnerstag in Graz wegen der Belästigung dreier Buben zu einem Jahr Haft verurteilt und zudem über ihn eine Einweisung in eine Anstalt verfügt worden. Der Angeklagte hatte vorgegeben, eine Fußballmannschaft gründen zu wollen. Im Zuge mehrerer Treffen kam es dann im Frühjahr 2017 zu unsittlichen Berührungen. Während der 36-Jährige selbst einsah, in einer Anstalt gut aufgehoben zu sein, wehrte sich dessen Vater dagegen und sprach sogar von Kastration.

Der Grazer hatte bewusst Kontakt zu Buben gesucht, die teilweise erst 13 Jahre alt waren, schickte ihnen SMS und schlug den Jugendlichen ein Treffen vor. Zu den sexuellen Übergriffen kam es dann beim An- und Ausziehen von Trainingshosen, Gewaltanwendung gab es keine. Als sich eines der Opfer seiner Mutter anvertraute, flog die Sache auf.

"Habe immer einen Drang verspürt"
Der 36-Jährige ist wegen ähnlicher Vorfälle vorbestraft. Er war auch bereits in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Er habe immer einen "Drang" in Bezug auf Buben verspürt, gab der Angeklagte an. "Wäre es nicht gescheiter, Sie gehen in eine Anstalt, bis der Drang weg ist?", fragte ihn Richter Martin Wolf. "Ja, das sehe ich ein", meinte der Beschuldigte.

"Chemische Kastration dürfen wir nicht empfehlen"
Sein Vater allerdings, der im Verhandlungssaal anwesend war, wehrte sich dagegen: "Da arbeitet er dann wieder zwei Jahre in der Gärtnerei und dann werfen sie ihn wieder hinaus." Er wollte eine dauerhafte Lösung und sprach von Kastration. "Eine chemische Kastration dürfen wir nicht empfehlen", erklärte ihm der Sachverständige. Er erklärte, dass der Angeklagte aufgrund seiner Intelligenzminderung eine "absolut strukturierte Therapie" brauchen würde.

Der Richter verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr und verfügte die erneute Einweisung in eine Anstalt, wo die Therapie stattfinden sollte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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Redaktion
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