Sa, 18. November 2017

Explosion in Hernals

02.11.2017 12:39

Anklage wegen Mord und 23-fachem Mordversuch

Nach der Explosion in einem Wohnhaus im Wiener Bezirk Hernals Anfang des Jahres mit einem Toten und mehreren Verletzten - ein heute 56-jähriger Mieter hatte eine Gasleitung manipuliert und die Detonation so bewusst herbeigeführt - steht die Anklage gegen den mutmaßlichen Täter. Sie lautet auf Mord und 23-fachen Mordversuch, da sich zum Zeitpunkt der Explosion insgesamt 23 Menschen in dem Gebäude befunden hatten. Ab Mittwoch steht der Mann in Wien vor Gericht. Hintergrund der schrecklichen Tat dürfte die Delogierung des nun Beschuldigten gewesen sein.

Zusätzlich wird die Staatsanwaltschaft im Sinne des Paragrafen 21 Absatz 2 Strafgesetzbuch in der Verhandlung die Unterbringung des Angeklagten in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragen. Ausschlaggebend dafür ist ein Gutachten des Psychiaters Karl Dantendorfer. Dieser kommt zum Schluss, dass der 56-Jährige derart gefährlich ist, dass weitere Verbrechen mit schweren Folgen zu befürchten sind, sofern er im Fall eines Schuldspruchs nicht im Maßnahmenvollzug angehalten wird. Dort wäre eine die Haft begleitende therapeutische Behandlung gewährleistet. Die Verhandlung ist auf vier Tage anberaumt, ein Urteil ist für den 4. Dezember geplant.

Hausverwalter starb bei Explosion
Bei der Detonation in der Hernalser Hauptstraße 210 am 26. Jänner war ein 64 Jahre alte Hausverwalter ums Leben gekommen. Der 55 Jahre alte Mieter hatte in der Nacht zuvor Gas in den Räumlichkeiten ausströmen lassen.

Funkenflug entzündete Luft-Gas-Gemisch in Wohnung
Als am nächsten Morgen der Hausverwalter, ein Gerichtsvollzieher und ein Schlosser die Delogierung durchführen wollten, kam es zum schrecklichen Vorfall. Im Zuge der Wohnungsöffnung kam es beim Aufbohren des Schlosses zu einem Funkenflug, der in weiterer Folge das Luft-Gas-Gemisch entzündete. Der Gerichtsvollzieher sowie der Schlosser erlitten schwerste Verletzungen. Der 55-jährige Wohnungsmieter und die Frau des Hausverwalters kamen mit weniger schweren Blessuren davon.

Die Wucht der Detonation war derart gewaltig, dass zahlreiche Fenster zerbarsten, Teile des Gebäudes einstürzten und überdies ein Brand ausbrach. Zu den Verletzten zählte damals auch ein erst zwei Wochen altes Mädchen. Es war in einer Nachbarwohnung von Mauerteilen getroffen worden.

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Redaktion
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