Sa, 21. April 2018

Studie bemängelt:

04.10.2017 09:05

Digitalisierung: Verwaltung fehlt es an Strategie

Österreichs öffentlicher Verwaltung mangelt es an einer Digitalisierungsstrategie. Zu diesem Ergebnis kommt die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY nach Interviews mit mehr als 30 Verantwortlichen für diesen Bereich. Obwohl die Verwaltung grundsätzlich gut aufgestellt sei, verfüge nicht einmal jede dritte Einrichtung (29 Prozent) über einen verschriftlichten Masterplan.

Grundsätzlich ist das Thema Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung angekommen: Für so gut wie alle Einrichtungen der öffentlichen Hand wie Ministerien oder andere Einrichtungen des Bundes sind digitale Technologien grundsätzlich wichtig (97 Prozent), fast drei Viertel (74 Prozent) bezeichnen diese sogar als sehr wichtig. In sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter sind 61 Prozent der Verwaltungseinrichtungen tätig.

Kompetenzen nicht ausreichend
Im aktuellen Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft der EU-Kommission belegt Österreich im Bereich der digitalen öffentlichen Dienste den fünften Platz unter 28 EU-Ländern. Der Bedarf nach zusätzlichen Fähigkeiten im Umgang mit neuen technologischen Möglichkeiten bereitet aber vielen Verantwortlichen Kopfzerbrechen: 58 Prozent fürchten, dass die derzeitigen Kompetenzen nicht ausreichen. Bei 68 Prozent sind derzeit maximal zehn Mitarbeiter mit Digitalisierungsagenden beschäftigt.

Budgets überschaubar
Auch die budgetären Mittel sind in vielen Fällen überschaubar: Drei Viertel der Einrichtungen können nur bis zu zehn Prozent des gesamten Budgets für die Digitalisierung verwenden. Das hohe Durchschnittsalter der Mitarbeiter ist eine zusätzliche Bremse für den Ausbau der digitalen Kompetenzen: Bei 68 Prozent machen "Digital Natives" maximal bis zu ein Viertel der Belegschaft aus, bei jedem Vierten sind sogar mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen.

Große Herausforderungen
Dementsprechend ist die Rekrutierung von qualifiziertem Personal (36 Prozent) die größte Herausforderung im Rahmen der Digitalisierung, die Schulung von bestehendem Personal rangiert auf Platz drei (18 Prozent). Als zweitgrößte Herausforderung identifizieren die Verantwortlichen in der öffentlichen Verwaltung das fehlende Bewusstsein für digitale Technologien (32 Prozent).

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden