Fr, 20. Oktober 2017

Barcelona-Anschlag

24.08.2017 16:55

Insider: Terrorpate predigte auch in Wien

Imam Abdelbaki Es Satty, der mutmaßliche Drahtzieher des blutigen Terroranschlags in Spanien, soll auch in Österreich gepredigt haben. Das vertraute ein Informant der "Krone" an. Demnach habe der Marokkaner in Moscheen in Wien vor Jugendlichen gesprochen. "Er gab sich damals liberal."

Die spanischen Ermittler sind sich mittlerweile sicher: Der neunfache Familienvater und Imam Abdelbaki Es Satty war der Kopf der Terrorzelle - und Drahtzieher des verheerenden Attentats in Barcelona. Als der Lieferwagen über die Flaniermeile La Rambla raste, war der Marokkaner aber schon zwei Tage tot. Gestorben bei einer Explosion der mutmaßlichen Bombenwerkstatt der Terrorgruppe in Alcanar - rund 200 Kilometer vom Anschlagsort entfernt.

Informant: "Ich habe ihn zweimal in Wien getroffen"
Spätestens als man unter den Trümmern auf seinen Namen ausgestellte Flugtickets nach Brüssel entdeckte, war klar: Abdelbaki Es Satty gehörte einem Netzwerk an, das weit über Spanien hinausgeht. Und laut einem "Krone"-Informanten, der anonym bleiben will, auch bis nach Österreich reichen soll: "Ich habe ihn zweimal persönlich in Wien getroffen. Erstmals im Herbst 2015. Da hat er nach dem Freitagsgebet in einer Moschee im 15. Bezirk einen Vortrag für Jugendliche gehalten", so der Insider, der aus allen Wolken fiel, als er das Foto des Terror-Imams in der Zeitung sah. "Er gab sich damals liberal." Der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz?

Gewohnt habe der Marokkaner im 20. Bezirk, heißt es. Wo er seine Thesen ebenfalls gezielt unter Jugendlichen verbreitet haben soll. Monate später, im Februar 2016, trafen die beiden schließlich erneut aufeinander, am Flughafen Wien-Schwechat: "Er war mit einem Burschen hier, der mit anderen Jugendlichen nach Mekka flog. Viele Teilnehmer der organisierten Reise sind bis heute nicht zurückgekehrt."

Die heimischen Sicherheitsbehörden ermitteln bereits hinsichtlich der Österreichkontakte des mutmaßlichen Terror-Imams.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung/red

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