Fr, 19. Jänner 2018

Unmenschlich:

31.07.2017 16:16

Die Mutter gepflegt Karenzgeld halbiert

Gesetzeskonform - ja, aber auch gerecht? Diese Frage stellt man sich im Fall einer jungen Mutter aus dem Bezirk Eisenstadt. Weil sie während der Schwangerschaft ihre todkranke Mutter pflegte und deswegen sechs Wochen Familienhospizkarenz nahm, erhält sie nun nicht das volle Kinderbetreuungsgeld.

Statt mit 2000 € im Monat muss Erika K. nun mit 1000 € auskommen. So will es das Gesetz. Denn das "einkommensunabhängige Kinderbetreuungsgeld" steht nur jenen Frauen zu, die in den sechs Monaten vor Beginn des Mutterschutzes ununterbrochen in Österreich gearbeitet haben. Dabei gelten bezahlter Urlaub oder Krankenstand nicht als Unterbrechung, wohl aber die sogenannte Familienhospizkarenz.

Diese nahm die junge Frau in Anspruch, um in den letzen Wochen bei ihrer sterbenskranken Mutter sein zu können. Sie muss also für ihre Menschlichkeit büßen. "Es ist leider kein Einzelfall, dass Mütter wegen dieser Bestimmung um ihr Geld umfallen. Betroffen sind auch Frauen, deren Arbeitgeber insolvent wird und die ihren Job verlieren", so Brigitte Ohr, Sozialrechtsexpertin der AK.

Sabine Oberhauser, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden