Mo, 18. Dezember 2017

Biber und Co.:

29.07.2017 15:17

Tierische Spielverderber bei Bauprojekten

Der Biber ist derzeit in aller Munde, die sich mit dem geplanten Westring in Linz befassen - ist er doch nach Feuersalamander und Wanderfalke schon das dritte geschützte Tier, das an den Fundamenten der Donaubrücke knabbert. Aber auch andere große Bauprojekte scheiterten schon an tierischen "Spielverderbern".

Etwa 300 Tierarten sind in Oberösterreich vom Aussterben bedroht oder so selten, dass sie geschützt sind - vom  Apollofalter bis zum Zaunkönig! Und wenn’s um strittige Projekte geht, dann finden Gegner meist ein Tier, das den Bau verzögern oder gar stoppen kann.

Auf Salamander folgten Falke und Biber
Aktuell ist der Westring, früher bekannt als 4. Donaubrücke, zwischen Linz und Puchenau tierischer Zankapfel. Nachdem Gegner den Wanderfalken erfolglos ins Treffen gebracht hatten, brachten sie am letzten Tag der Einspruchsfrist den Biber ins Spiel. Ihn hat der Umwelt-Gutachter aber eigentlich schon im Vorhinein ausgeschlossen, da er nicht an der breiten Donau lebt. Als der geplante Westring noch 4. Donaubrücke hieß, durchkreuzte vor etwa 30 Jahren ein Feuersalamander den Spatenstich.

Brachvogel legte Betriebsbaugebiet lahm
In Wels verhinderte der Große Brachvogel in einem sechs Jahre langen Kampf ein 25 Hektar großes Betriebsbaugebiet beim Flughafen - dieser ist inzwischen ein EU-Vogelschutzgebiet.
Dem  Ausbau der Innkreisautobahn wäre fast der Luchs dazwischengekommen. Der bekommt jetzt eigene Übergänge. "Diese werden auch von anderen Tierarten genutzt", sagt der oö. Umweltanwalt Martin Donat.

Hilfe für Fische und Luchs
Verschiedne Vögel stoppten übrigens den (Aus-)Bau mehrerer Windkraftparks in Oberösterreich. Und Flusskraftwerke brauchen für Huchen und Co. immer Fischaufstiege - sonst werden sie nicht genehmigt.
Auch in anderen Bundesländern machten Tiere bei Bauprojekten Schlagzeilen: In Wien bremste der Juchtenkäfer eine Burn-Out-Klinik, Ziesel und Wechselkröte blockierten Bauprojekte mit 1600 Wohnungen. In Salzburg scheiterte eine 380 kV-Leitung an einer Fledermaus.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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