Fr, 19. Jänner 2018

Kredite und Anleihen

12.07.2017 06:35

Griechenland-Krise: 1,34 Mrd. € gingen nach Berlin

Kredite und Anleihenkäufe zugunsten Griechenlands haben der "Süddeutschen Zeitung" zufolge Deutschland Gewinne in Höhe von etwa 1,34 Milliarden Euro eingebracht. Das gehe aus Antworten des deutschen Finanzministeriums auf Fragen der Grünen im Bundestag hervor. Die Partei verlangt, dass die Zinsgewinne an Griechenland ausgezahlt werden.

Demnach führte ein Darlehen der staatlichen Förderbank KfW zu Zinsgewinnen in Höhe von 393 Millionen Euro. Der deutsche Gewinnanteil aus einem Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank habe sich seit 2015 auf 952 Millionen Euro summiert.

"Es mag zwar legal sein, dass Deutschland an der Krise in Griechenland verdient. Legitim im moralischen Sinne der Solidarität ist es nicht", zitierte die "Süddeutsche" den Grünen-Budgetexperten Sven-Christian Kindler.

Defizitverfahren gegen Athen wird beendet
Kürzlich hatte der Euro-Rettungsschirm die Auszahlung von weiteren 8,5 Milliarden Euro an Hilfskrediten für das schuldengeplagte Griechenland freigegeben. Zudem wird nun offenbar auch das vor acht Jahren gegen Athen eröffnete Verfahren wegen Verstößen gegen die Defizitregeln der Eurozone beendet. Das berichtete der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble am Dienstag nach einer Sitzung der EU-Wirtschafts- und Finanzminister in Brüssel.

Hintergrund sind die massiven Sparanstrengungen Griechenlands nach Vorgaben der Gläubiger in den Euro-Rettungsprogrammen. 2016 hatte das Land laut der EU-Kommission einen Haushaltsüberschuss von 0,7 Prozent erwirtschaftet. Griechenland ist aber nach wie vor mit rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschuldet - erlaubt sind höchstens 60 Prozent.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden