Mo, 20. November 2017

Neue Klasse

04.07.2017 09:55

Blaue blinkende Sterne lassen Forscher rätseln

Eine neue, bislang unbekannte Klasse von veränderlichen Sternen haben polnische Astronomen entdeckt. Bei insgesamt 14 Sternen konnten sie einen ungewöhnlich starken und schnellen Lichtwechsel - ihre Helligkeit ändert sich alle 20 bis 40 Minuten - beobachten. Wegen dieser Eigenschaft und ihrer blauen Farbe bezeichneten sie die neue Sternenklasse als Blue Large-Amplitude Pulsators (BLAPs).

Mit dem Gemini-Süd-Teleskop auf dem Cerro Pachón sowie den Magellan-Teleskopen (Bild unten) am Las-Campanas-Observatorium in Chile, nahm ein Team um Pawel Pietrukowicz von der Universität Warschau die Sterne genauer unter die Lupe. Auswertungen von spektroskopischen Aufnahmen zeigten schließlich, dass die Lichtwechsel eine Folge der Temperaturschwankungen auf den BLAPs sind, deren Oberfläche rund fünfmal heißer ist als jene unserer Sonne.

Entstehung und Natur vorerst ein Rätsel
Das ist laut Angaben der Wissenschaftler typisch für Zwergsterne ist, doch wie die Messungen auch zeigten, seien die BLAPs erheblich größer als heiße Zwergsterne. Es müsse sich daher um eine Klasse bisher unbekannter Sterne handeln, die den heißen Zwergsternen zwar ähneln, aber viel stärker ausgedehnte Hüllen aufweisen, so die Forscher. Warum die blauen BLAPs blinken und warum sie derart aufgeblasen sind, ist vorerst unklar.

Seltene Ausnahme bei Sternenentwicklung?
"Das Entstehungsszenario der BLAPs bleibt ein Rätsel", sagen Pietrukowicz und seine Kollegen. Im Moment würde alles darauf hindeuten, dass es sich bei den pulsierenden blauen Sternen "um eine seltene Ausnahmeerscheinung bei der Sternenentwicklung handeln könnte", so die Forscher. Sie vermuten, dass es sich dabei möglicherweise um Sternenkerne samt Resten einer aufgeblähten Hülle handelt - beispielsweise um Rote Riesen, die bereits einen Teil ihrer Gashülle abgestoßen haben. Das Mysterium des Ursprungs der BLAPs gelte es nun zu lösen, so die Astronomen.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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