Do, 14. Dezember 2017

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12.06.2017 14:54

Studie: Fast jeder Dritte leidet an Übergewicht

Weltweit sind Forschern zufolge mehr als zwei Milliarden Menschen übergewichtig oder gar fettleibig - mit weitreichenden Folgen für die Gesundheit. Eine Studie zeigt nun, dass der Anteil Fettleibiger an der Weltbevölkerung rasch gestiegen ist - vor allem unter Kindern. Demnach hat sich der Prozentsatz Fettleibiger von 1980 bis 2015 in mehr als 70 Ländern verdoppelt, in den meisten anderen Staaten sei er stetig nach oben gegangen.

Nach Angaben des an der Studie beteiligten Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) im kanadischen Seattle waren im Jahr 2015 rund 2,2 Milliarden Menschen zumindest übergewichtig - das entspricht etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung. "Übermäßiges Körpergewicht ist eines der schwierigsten Gesundheitsprobleme der Gegenwart und betrifft fast jeden dritten Menschen", wird Erstautor Ashkan Afshin vom IHME im "New England Journal of Medicine" zitiert.

Übergewicht bezieht sich im Groben auf einen Body-Mass-Index von 25 bis 30, bei höherem BMI sprechen Mediziner von Fettleibigkeit (Adipositas). Dabei wird das Gewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Größe (in Metern) geteilt.

Im Jahr 2015 waren der Studie zufolge rund 108 Millionen Kinder und 604 Millionen Erwachsene fettleibig. Bei der Rate fettleibiger Kinder und junger Erwachsener sind unter den 20 bevölkerungsreichsten Ländern die USA mit einem Anteil von 13 Prozent Rekordhalter. Bei Erwachsenen ist Fettleibigkeit in Ägypten mit einem Anteil von etwa 35 Prozent am weitesten verbreitet. Besonders selten ist dieses extreme Übergewicht in Bangladesch, wo 1,2 Prozent der unter 20-Jährigen fettleibig sind, und in Vietnam, wo das für etwa 1,6 Prozent der erwachsenen Bevölkerung gilt.

Vier Millionen Tote jährlich durch Übergewicht
Der Studie zufolge starben 2015 etwa vier Millionen Menschen an den Folgen ihres sehr hohen Gewichts. Todesursachen waren in zwei Dritteln der Fälle Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es folgten Diabetes mit rund 15 Prozent sowie chronische Nierenerkrankungen und Krebs mit jeweils unter zehn Prozent.

Vor einem Jahr war eine Studie im Fachblatt "The Lancet" zu einer etwas unterschiedlichen Zahl von Fettleibigen gekommen. Demnach zählten 2014 gut 640 Millionen Menschen ab 18 Jahren dazu - 266 Millionen Männer und 375 Millionen Frauen. Solche weltweiten Berechnungen beruhten auf einer Kombination von Studien, deren Daten dann hochgerechnet würden, sagt Frank Jakobus Rühli vom Institut für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich, Koautor der "Lancet"-Veröffentlichung. "Das ist immer etwas unsicher."

Dennoch spiegeln die zunehmenden Zahlen einen wichtigen Trend wider, so Rühli. "Das ist insbesondere bei Jugendlichen ein Problem", sagt er. Es gebe heutzutage mehr Möglichkeiten, übermäßig Kalorien aufzunehmen, gleichzeitig sinke bei vielen Menschen der Energieverbrauch.

 krone.at
Redaktion
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