Fr, 24. November 2017

Geld fehlt

04.05.2017 16:53

Einsatzkräfte stecken in Funkloch fest

Verbindungen reißen ab, slowenische Taxilenker funken dazwischen: Kärnten ist das einzige Bundesland, das den Umstieg vom analogen zum digitalen Funk für die bessere Kommunikation der Einsatzkräfte nicht geschafft hat. Es fehlt am Geld. Ein Antrag auf Umsetzung ist erneut gescheitert. Einsatzkräfte üben Kritik.

Mit dem Startschuss zum Ausbau des digitalen Funks "BOS" (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) in Vorarlberg, ist Kärnten das einzige Bundesland ohne moderne Einsatzkommunikation.

Erst vor zwei Wochen ist ein FP-Antrag im Landtag, mit der Planung für die Umstellung zu beginnen, gescheitert. Die Dringlichkeit wurde aberkannt. Bei Polizei, Rettung und Feuerwehr sieht man das anders.

"Kollegen müssen auf private Handys zurückgreifen"
"Es besteht kein direkter Funkkontakt zwischen Blaulichtorganisationen im Einsatzfall. Der Funkkontakt ist oft so schlecht, dass Kollegen auf ihre privaten Handys zurückgreifen müssen", kritisieren Beamte.

In den Bezirken St. Veit und Villach Land sei die Situation am prekärsten. Dauernd komme es  zu Ausfällen. So konnten in der Vergangenheit bei Fahndungen keine Personenbeschreibungen durchgegeben werden, weil slowenische Taxiunternehmer den Einsatzfunk störten. Bei Verfolgungsjagden bräche die Verbindung einfach ab.

Während jährlich Millionen in die Katastrophenabwehr (wie Fluten, Blackouts und Co.)  investiert werden, könne in Krisenfällen die Kommunikation nicht gewährleistet werden, wird die Kritik immer lauter.

Ausgemusterte Teile werden verwendet
Grund für die Misere: Das Land kann sich die 22 Millionen Euro teure Umstellung auf das BOS-System nicht leisten. "Bei den Gesprächen mit dem Bund kommen wir leider nicht voran", heißt es aus dem Büro des Katastrophenschutzreferenten Peter Kaiser.

Zum Glück funktioniert der Systemwechsel in allen anderen Bundesländern. Weil es keine Ersatzteile für die alten Geräte gibt, können wir ausgemusterte Teile bei uns verwenden, heißt es.

von Thomas Leitner, Kärntner Krone

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