Mo, 20. November 2017

Angst um Job

13.01.2017 16:43

Krankenstände in Kärnten um ein Drittel kürzer

Die Grippewelle hält viele Arbeitnehmer in Kärnten in Schach! Allerdings nehmen sich Erkrankte oft zu wenig Zeit, um sich richtig auszukurieren. Das zeigt eine Statistik der Gebietskrankenkasse: Demnach bleiben Kärntner pro Krankenstand im Schnitt nur noch zehn Tage zu Hause. Oft spielt die Angst um den Job mit.

1991 blieb ein Kärntner Arbeitnehmer krankheitshalber im Schnitt 16,34 Tage von der Arbeit fern. Seither ging diese Zahl stets zurück. Im Vorjahr waren es nur 10,64 Tage. Ein Rückgang um 34,8 Prozent!

"Viele verspüren den Zwang, immer anwesend sein zu müssen, und befürchten, ansonsten den Job zu verlieren. Etwa ein Drittel der Betroffenen geht daher krank arbeiten", erklärt Max Turrini von der Arbeiterkammer.

Einen Schutz vor der Kündigung gibt es ja nicht. Turrini: "Gerade in Branchen wie Reinigung, Bau oder Pflege kann es oft kurzfristig zu Kündigungen kommen."

Dennoch lautet der Appell der AK an die Arbeitgeber: "Lieber einen Mitarbeiter in Ruhe gesund werden lassen. Dafür erhält man 100 Prozent Leistung - und hat am Ende mehr davon."

Bei der Gebietskrankenkasse (GKK) sieht man auch positive Aspekte der kurzen Krankenstände. "Sie sind ein Beleg dafür, dass Medikamente besser wirken und die Betriebe mehr auf Gesundheitsvorsorge achten", so Direktor Johann Lintner.

Anderseits würden aber Krankenstände in Folge von psychischen Belastungen deutlich zunehmen.

Christian Rosenzopf, Kärntner Krone

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