Sa, 18. November 2017

Gefährlicher Trend

09.01.2017 11:58

Ärzte warnen vor Schlafmitteln für Kleinkinder

Vor einem gefährlichen Trend warnen Mediziner und Behörden jetzt in Deutschland: Demnach beobachten Kinderärzte immer häufiger, dass Eltern ihren Kleinkindern Beruhigungs- oder Schlafmittel geben. In Foren im Internet kursieren zahlreiche Namen von Schlafsäften und "Zaubermitteln", die Kinder müde machen sollen. Viele dieser Medikamente sind ohne Rezepte frei verkäuflich.

Vor allem die ohne ärztliche Verschreibung erhältlichen Arzneimittel lassen nun bei Kinderärzten und Wissenschaftlern die Alarmglocken schrillen, denn sie können das Schlafmuster des Nachwuchses stören und sich negativ auf die Entwicklung auswirken. Hinzu kommt, dass die Nebenwirkungen extrem sein können. Diese reichen von Auswirkungen auf innere Organe wie Leber und Nieren, über eine Abhängigkeit bis hin zum Atemstillstand, warnen Forscher.

Mittel können zu Abhängigkeit führen
"Es kann - auch in niedrigen Dosen - zum Atemstillstand kommen", sagt etwa der Sprecher des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Hermann Josef Kahl. So würden etwa Mittel, die den Wirkstoff Doxylamin (ein stark sedierendes Antihistaminikum, Anm.) enthalten, direkt im Gehirn wirken und könnten daher abhängig machen, so der BVKJ-Experte. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnte schon vor Jahren vor Schlafmitteln für Kinder.

"Ich hätte als Arzt Bauchschmerzen, so etwas zu verschreiben", sagt Kinderarzt Kahl. "90 bis 95 Prozent der Kinder sind gesund, haben nur einen anderen Schlafrhythmus." Die Kinder seien in der Regel nicht das Problem. Meist würden die Eltern den Schlaf brauchen und nicht der Nachwuchs. "Die Mütter müssen ihre Erschöpfung loswerden. Da empfehlen wir in der Regel den gnadenlosen Einsatz der Verwandtschaft", so der Mediziner.

Valide Zahlen zu gefährlichem Trend fehlen
Einschätzung des bayerischen Gesundheitsministeriums zufolge geben immer mehr Eltern ihren Kindern Schlafmittel, valide Zahlen gibt es aber nicht. "Diesen gefährliche Trend, den Kinderärzte und Wissenschaftler derzeit beobachten, müssen wir stoppen", sagt die CSU-Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, und warnt vor "schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Kinder".

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden