Mo, 18. Dezember 2017

Gegenüber Arbeitern

05.01.2017 06:03

GB: Topmanager verdienen in 3 Tagen Jahresgehalt

"Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich am Dienstag zu Mittag fertig. Dann kann ich heimgehen" - mit diesem Sager bezogen auf die Lehrer hatte Wiens Bürgermeister Michael Häupl im Jahr 2015 für große Aufregung gesorgt. Wenn man britischer Topmanager ist, könnte man nach ähnlicher Logik allerdings noch früher seine Arbeit einstellen: Die Führungskräfte auf der Insel hatten nämlich bereits am 4. Jänner um Punkt 12 Uhr so viel verdient wie ein durchschnittlicher Arbeiter im gesamten Jahr!

"Fat Cat Wednesday" wird der Tag mittlerweile in Großbritannien genannt, er soll auf die wachsende diesbezügliche Ungleichheit in der britischen Gesellschaft hinweisen. Das durchschnittliche Jahresgehalt von 28.200 Pfund (rund 33.200 Euro) haben dabei laut dem High Pay Centre Topmanager bereits am 4. Jänner zu Mittag in der Tasche.

Für die Berechnung wurde zugrunde gelegt, dass die Führungskräfte zwölf Stunden pro Tag und zusätzlich an drei von vier Wochenenden pro Monat arbeiten. Zudem wurden weniger als zehn Urlaubstage im Jahr einkalkuliert. Dies ergibt dann einen Durchschnittslohn von 1009 Pfund (rund 1190 Euro) pro Stunde für die Manager der 100 größten britischen Unternehmen.

Bestbezahlter Manager bereits nach 30 Minuten mit Jahresgehalt
Aber selbst bei diesen gibt es freilich Unterschiede: Nimmt man etwa den bestbezahlten britischen Manager, Martin Sorrell vom Medienkonzern WPP, so hat dieser mit seinem Jahresgehalt von umgerechnet 70 Millionen Euro bereits nach 30 Minuten Arbeit ein durchschnittliches Jahresgehalt eines Arbeiters "überholt".

Der Leiter des High Pay Centre, Stefan Stern, sagte gegenüber der BBC: "Wir hoffen, dass durch unsere Berechnungen der Druck auf die Regierung steigt, zügig Reformen bei der Gehaltsungleichheit umzusetzen."

Neue Regierung plant Maßnahmen gegen Ungleichheit
Premierministerin Theresa May hatte zuletzt angekündigt, dass für ihre Regierung der Kampf gegen die wachsende Ungleichheit in der Gesellschaft oberste Priorität habe. So wird etwa überlegt, dass Firmen veröffentlichen müssen, in welchem Verhältnis die Gehälter der Führungskräfte zu jenen der einfachen Arbeiter und Angestellten stehen.

Michael Pils
Redakteur
Michael Pils
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