Mi, 23. Mai 2018

Erschreckend!

17.12.2016 20:18

Jeder neunte Zugbegeleiter wurde Opfer von Gewalt

Es ist erschreckend! 142 Mal wurden im laufenden Jahr Zugbegleiter der ÖBB während der Arbeit beleidigt, angespuckt oder sogar verprügelt. Bedeutet im Klartext: Bei rund 1200 Zugbegleitern in Österreich wurde durchschnittlich jeder Neunte im heurigen Jahr Opfer von Gewalt. Tendenz steigend! Der Betriebsrat fordert daher eine sofortige Personalaufnahme und die Aufstockung von Sicherheitspersonal in den Zügen.

"Erst kürzlich wurde eine in Uniform für Reisende erkennbare Mitarbeiterin im Zug von fünf Männern ohne ersichtlichen Grund von oben bis unten angespuckt", weiß Thomas Lintner. Ein anderer Mitarbeiter wurde laut dem Tiroler Betriebsratsvorsitzenden für ÖBB Zugbegleiter in einem Waggon niedergeschlagen und erlitt dabei erhebliche Verletzungen am Brustkorb.

142 Attacken auf Personal in den Zügen

Keine Einzelfälle: Allein in diesem Jahr wurden Zugbegleiter der ÖBB während ihrer Arbeit 142 Mal attackiert. Tätlichkeiten und verbale Angriffe auf die Mitarbeiter in den Zügen nehmen eklatant zu. "Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht zu einem Vorfall im Zug kommt, wobei die Palette der Aggressivität Ausmaße annimmt, die so nicht mehr hinnehmbar ist. Die Folge solcher Übergriffe sind monatelange Krankenstände, bis hin zu Traumatisierungen", schlägt der Tiroler Alarm und nimmt dabei auch das Unternehmen in die Pflicht. "Die Jahrzehntelange beharrliche Verweigerung von Personalaufnahmen sowie die Rücknahme der Begleitung durch externes Sicherheitspersonal in den Zügen führen dazu, dass die Zugbegleiter in den Zügen vermehrt auf sich alleine gestellt sind", schießt Lintner scharf.

"Werden alles tun, um Vorfälle zu verhindern"

Doch die ÖBB haben im heurigen Jahr bereits mit verstärkten Security-Begleitungen reagiert. "So wird etwa die Nacht S-Bahn immer von Securitys begleitet", weiß ÖBB-Sprecher René Zumtobel. Auch präventive Schulungen für Zugbegleiter wurden bereits umgesetzt, weitere sollen folgen. "Dennoch ist jeder Vorfall gegen einen Mitarbeiter einer zu viel und wir werden alles tun, um derartige Vorfälle künftig zu verhindern", verspricht Zumtobel.

Nur wenige Angriffe auf Reisende in den Zügen

Erfreulich hingegen: Während die Zahl der Tätlichkeiten und verbalen Angriffe auf Zugbegleiter offenbar steigt, werden Diebstähle an Reisenden weniger. Waren 2014 in Österreich noch 2592 und 2015 knapp über 2500 Langfinger in Zügen unterwegs, ging die Zahl der Delikte im laufenden Jahr auf 2257 Fälle zurück. "Auch die Anzahl der Tätlichkeiten gegen Fahrgäste ist im laufenden Jahr österreichweit mit aktuell 17 Fällen konstant niedrig. Und das bei einer deutlich steigenden Zahl von Zugreisenden", erklärt Zumtobel. Die Folge daraus: Das Sicherheitsgefühl wird bei Befragungen von den meisten Kunden als gut bewertet.

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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