So, 19. November 2017

Zu wenige Vorräte

13.10.2016 11:45

Nahrung wird bei uns im Krisenfall schnell knapp

Kein gutes Licht auf Österreichs Krisenmanagement bezüglich Ernährungsvorsorge wirft eine Studie unter der Leitung von Joanneum Research: In der Nahrungsmittelbranche fehlen im Fall einer Krise, etwa einem großflächigen Stromausfall, Präventionsmaßnahmen und Krisenpläne, dazu kommen geringe Lagerbestände im Handel. Wenige Vorräte haben auch Privathaushalte, heißt es in der am Donnerstag in Wien vorgestellten Studie. Im Ernstfall könnten die Lebensmittel da sehr schnell knapp werden ...

Im Zuge des gemeinsam mit der Agrarmarkt Austria (AMA) im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms KIRAS durchgeführten Projekts über das Risiko- und Krisenmanagement für die Ernährungsvorsorge wurden 165 strategisch ausgewählte Unternehmen entlang der Nahrungsmittelversorgungskette dazu befragt, wie sie für den Ernstfall - etwa einen großflächigen Stromausfall, den Ausfall von fossilen Brennstoffen oder einen überregionalen Ernteausfall - gerüstet sind.

Das alarmierende Ergebnis: Zwar haben sich 90 Prozent der befragten Unternehmen bereits mit dem Szenario Blackout auseinandergesetzt, aber nur 26 Prozent besitzen eine Notstromversorgung zur Aufrechterhaltung des Normalbetriebs, wie die im Rahmen einer Fachtagung des Netzwerks "Foodsecurity.at" präsentierte Befragung zeigt. Mehr als 40 Prozent der Betriebe, die Erdölprodukte für betriebseigene Transporte benötigen, können diese mit den vorrätigen Mengen nur ein bis zwei Tage aufrechterhalten. Lagerbestände von Lebensmitteln im Handel reichen üblicherweise für nicht mehr als ein bis zwei Tage.

Auch Privathaushalte schlecht vorbereitet
Ebenso wenig vorbereitet zeigen sich die im Rahmen des Projekts ebenfalls befragten Privathaushalte: Bei einem Blackout hätten bereits nach drei Tagen mehr als drei Millionen Menschen in Österreich keine verwertbaren Nahrungsmittel mehr zur Verfügung - der Großteil der Betroffenen lebt in Städten. Mit verstärkter Bewusstseinsbildung, Aktionsplänen und Präventionsmaßnahmen, auch auf Unternehmensseite, sollte dagegen angegangen werden, so die Autoren der Studie.

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