Mo, 20. November 2017

Peinliche Werbung

26.08.2016 14:38

„Vogue“: Photoshop statt echter Behinderung

Eigentlich wollte die Modezeitschrift "Vogue" in Brasilien Werbung für die Paralympics machen, doch die enstandenen Fotos sorgen für ordentlich Gegenwind. Schließlich entschieden sich die Macher aus unerfindlichen Gründen, lieber Models per Photoshop zu Behinderten zu machen, als echte Paralympics-Teilnehmer abzulichten ...

Die Models Cleo Pires und Paulo Vilhena sind Paralympics-Botschafter. So weit, so löblich. Dass die brasilianische Ausgabe der Modezeitschrift "Vogue" sich aber als Werbung für die Paralympics entschieden hat, den beiden Schönheiten per Photoshop eine Behinderung zu verpassen, sorgt für Ratlosigkeit.

Denn auf den Werbebildern fehlt Pires ein Arm und Vilhena scheint eine Unterschenkelprothese zu tragen. "Wir sind alle Paralympics-Teilnehmer", schrieb die "Vogue" zu den Bildern auf Instagram. Doch gut gemeint ist nicht immer gut, auch wenn die Zeitschrift erklärt, das brasilianische paralympische Komitee habe nichts zu beanstanden gehabt.

Denn andere Behindertenverbände sind verständlicherweise irritiert. Ein Sprecher der britischen Organisation Scope sagte etwa, es sei unverständlich, dass die "Vogue" für ein solches Fotoshooting auf Models zurückgegriffen habe, "die nicht behindert sind". Auch im Internet fielen die Reaktionen vielfach negativ aus.

Dabei waren die Sportler, die Pate standen für den Photoshop-Auftrag, Bruna Alexandre und Renate Leite, sogar im Studio mit dabei, wie das gemeinsame Foto mit den Models zeigt.

Die "Vogue" lässt sich von der Kritik aber nicht beirren - das Konzept stamme nicht von den Mitarbeitern der Zeitschrift, sondern einer PR-Agentur, heißt es. Man unterstütze die Paralympics und ihre Teilnehmer weiterhin. Und auch Tischtennis-Spielerin Alexandre zeigte sich begeistert von den Botschaftern und den entstandenen Bildern, die in Brasilien die Begeisterung für die Paralympics wecken sollen. Sie sei "superstolz", Teil der Kampagne zu sein, so Alexandre.

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