So, 25. Februar 2018

Wirbel um Legostein

24.03.2016 06:57

Fünfjähriger in Linz als "Sextäter" angezeigt

Gleich vorweg: Der Fall spielte sich nicht in Amerika ab, sondern in Linz. Ein fünfjähriger Bub wurde von den Eltern einer dreijährigen Kindergartenfreundin wegen sexueller Belästigung angezeigt! Unter anderem soll der "Täter" dem Mädchen einen Legostein in die Unterhose gesteckt haben. Die Kriminalpolizei musste ermitteln, die Staatsanwaltschaft winkte ab.

Die Kripo ist im Kindergarten zwar nicht, wie in den USA, mit Handschellen angerückt, erheben musste sie dennoch. Denn dem Fünfjährigen wurde nicht nur die "Sexattacke" mit dem Legostein vorgeworfen, es habe auch "andere Vorfälle" gegeben. Nach Abschluss der Ermittlungen, bei denen auch andere Eltern befragt wurden, ging ein Bericht an die Staatsanwaltschaft.

Die stellte die Ermittlungen ein, machte aber eine Meldung an die Jugendwohlfahrt und das Pflegschaftsgericht. "Das ist in solchen Fällen üblich", bestätigt Staatsanwaltssprecher Philip Christl: "Bei Unmündigen, und bei diesem Vorfall handelt es sich um solche, gibt es bei uns keine Strafverfolgung. Solche Verständigungen erfolgen grundsätzlich bis zum Alter von 18 Jahren, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass Handlungsbedarf besteht."

Handschellen für kindliche "Straftäter"
Ähnliche Zwischenfälle mit drastischen Folgen haben in der Vergangenheit mehrmals für Schlagzeilen gesorgt: So war im August 1999 in Denver im puritanischen US-Bundesstaat Colorado ein aus der Schweiz stammender Elfjähriger in Handschellen abgeführt und in Haft genommen worden, weil er seiner kleinen Schwester im Garten beim Hochziehen ihrer Hose geholfen hatte.

Im Dezember 2013 wurde ebenfalls in Denver ein sechsjähriger Erstklassler wegen sexueller Belästigung von der Schule suspendiert: Er hatte einer Mitschülerin die Hand geküsst. Im australischen Sydney wiederum wurde die Klage einer Mutter gegen einen Sechsjährigen abgewiesen, die den Volksschüler angezeigt hatte, weil er ihren Sohn sexuell belästigt hätte.

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